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Achtelfinale: Belgier jubeln in letzter Sekunde

03.07.2018

Rostow Am Don Der Mitfavorit zitterte, schwankte bedrohliche und zog mit einer historischen Aufholjagd doch noch ins Viertelfinale ein: Nach einer Energieleistung in der letzten halben Stunde bezwang Belgien den krassen Außenseiter Japan am Montagabend mit 3:2 (0:0). Einen Zwei-Tore-Rückstand in einer K.o.-Runde hatte zuletzt Deutschland beim legendären 3:2 in Mexiko 1970 gegen England aufgeholt.

Jan Vertonghen (69. Minute), Marouane Fellaini (74.) und Nacer Chadli (90.+4) trafen für die Belgier. Das Trio drehte die Partie nach den Toren durch Genki Haraguchi von Hannover 96 (48.) und dem früheren Bundesligaspieler Takashi Inui (52.) und wendete so den nächsten Favoritensturz in Russland ab. Am Freitag (20 Uhr) gegen Rekordweltmeister Brasilien müssen sich die „Roten Teufel“ jedoch vor allem in der Defensive mächtig steigern, um erstmals seit 1986 wieder in ein WM-Halbfinale einzuziehen.

„Ich habe auch nach dem 0:2 immer an unsere Chance geglaubt. Dass wir in der 94. Minute das 3:2 gemacht haben, zeigt, was die Mannschaft will“, sagte der Ex-Bremer Kevin De Bruyne: „Wir wollen diese WM gewinnen.“

Die Vorstellung vor 41 466 Zuschauern in Rostow am Don erinnerte über weite Strecken kaum an die Auftritte in der Vorrunde. Es hatte den Anschein, dass die vielen Wechsel im sportlich wenig bedeutenden Spiel gegen England (1:0) die Belgier aus dem Tritt gebracht hatten. Trainer Roberto Martinez rotierte gegen Japan zurück, brachte wieder den viermaligen Torschützen Romelu Lukaku und all die anderen Stars und musste trotzdem lange bangen.

Belgien hatte Probleme mit den flinken Japanern, die mit dem Bundesligatrio Shinji Kagawa (Dortmund), Yuya Osako (Bremen) und Haraguchi zu Beginn mutig anrannten. Selbst fanden die Belgier kaum Lücken. Eden Hazard (27.) scheiterte an Keeper Eiji Kawashima und Kompany (28.) verfehlte nach Flanke aus spitzem Winkel.

Die Japaner hatten vor der Pause die größte Chance. Osako lenkte einen Schuss von Yuto Nagatomo aufs Tor, Belgiens Keeper Thibaut Courtois ließ den Ball durch die Beine kullern, bekam ihn aber noch vor der Linie zu fassen. Auf der Tribüne atmete Jean-Marie Pfaff auf, der 1986 in Mexiko beim bislang einzigen Halbfinaleinzug der Belgier im Tor stand, und musste sich doch wenig später richtig Sorgen um seine Landsleute machen. Haraguchi nutzte Vertonghens Zögern, dann traf Inui aus 22 Metern. Zwischenzeitlich war Hazard am Pfosten gescheitert (49.).

Der Doppelschock war den Belgiern deutlich anzumerken, es dauerte bis zur 62. Minute, ehe es wieder gefährlich wurde. Lukaku köpfte aus vier Metern jedoch vorbei. Der nächste Titelanwärter wackelte bedenklich – und kam doch zurück.

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