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NWZonline.de Sport

Experten erwarten Zweikampf zwischen BVB und dem FC Bayern

16.01.2019

Düsseldorf (dpa) - Mutige Kampfansagen aus München, taktisches Understatement in Dortmund - die Psycho-Spielchen in der Winterpause spiegelten die veränderten Machtverhältnisse wider. Der Bundesliga steht nach langer Alleinherrschaft der Bayern eine aufregende Rückrunde bevor.

Es passt zur erwarteten Dramaturgie, dass bereits der erste Spieltag nach der Winterpause ein Fingerzeig für den vermeintlichen Titel-Zweikampf der beiden Branchenführer sein könnte. "Die von allen seit Jahren fast schon sehnsüchtig vermisste Spannung ist endlich wieder da. Das tut der Liga richtig gut", kommentierte der Hoffenheimer Sportchef Alexander Rosen.

Obwohl nur noch 32 Prozent der Fußball-Fans dem FC Bayern eine erfolgreiche Titelverteidigung zutrauen und 73 Prozent der Bundesliga-Profis laut einer "Kicker"-Umfrage an die Meisterschaft der Dortmunder glauben, sieht Vereinschef Hans-Joachim Watzke den BVB (42 Punkte) nicht als ersten Anwärter auf die Schale. "Favorit ist immer der FC Bayern. Da lasse ich mir nichts anderes einreden." Allerdings sei es dem mit sechs Punkten führenden Revierclub gelungen, der Liga die Langeweile zu nehmen: "In den vergangenen Jahren war ja im Prinzip Weihnachten schon klar, wer deutscher Meister wird. Das hat eine gewisse Lähmungserscheinung ausgelöst."

Mit dem von Watzke zugeteilten Favoritenstatus können die Münchner (36) gut leben. Nach zuletzt fünf Siegen in Serie scheint das Mia-san- mia-Gefühl zurück. "Es gibt keinen einzigen hier, der nicht davon ausgeht oder daran glaubt, dass wir deutsche Meister werden. Sechs Punkte sind nicht die Welt", tönte der Münchner Innenverteidiger Niklas Süle trotz einer durchwachsenen Hinserie seines Teams.

Mit Borussia Mönchengladbach (33) und RB Leipzig (31) liegen zwei weitere Teams in Schlagdistanz, kommen aber nach Meinung vieler Experten nicht als Titelaspiranten in Frage. "Bayern wird Meister", orakelte der Mönchengladbacher Sportdirektor Max Ebert in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Führungskräften der Liga. Dagegen favorisieren der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder und sein Nürnberger Amtskollege Andreas Bornemann das Team von Trainer Lucien Favre. "Ich denke, dass Dortmund sich das diesmal nicht nehmen lässt", sagte Bornemann.

Michael Preetz (Hertha BSC) und Bruno Hübner (Frankfurt) wollten sich nicht festlegen und erwarten ein offenes Rennen bis in den Frühling hinein. "Ich glaube, die Bayern werden, nachdem sie ihre Krise hatten, gestärkt daraus hervorgehen", kommentierte Hübner: "Der BVB hatte bisher noch keine Krise, aber jeder Verein hat in dieser Saison eine Delle. Also abwarten."

Viel wird für die Borussia davon abhängen, wie sie ihr schweres Auswärtsprogramm in der Rückserie meistert. Mit Leipzig (19. Januar), Frankfurt (2. Februar), Berlin (16. März), München (6. April) und Mönchengladbach (18. Mai) warten die - nach dem BVB - besten fünf Heimteams der Liga. Schon der Auftakt am kommenden Samstag (18.30 Uhr) bei den Leipzigern, derzeit die Nummer 3 der Heimtabelle, hat es in sich. Torhüter Roman Bürki sieht darin jedoch keinen Nachteil: "Da weiß man direkt, wo man steht. Wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir in Leipzig ein starkes Spiel machen."

Das Programm der Bayern scheint weniger schwer. Sie setzen vor allem auf das Spiel vor eigener Kulisse gegen den BVB, in dem sie sich für das 2:3 im Hinspiel revanchieren wollen. Eine Schlappe am Freitag (20.30 Uhr) gleich im Eröffnungsspiel der Rückrunde bei 1899 Hoffenheim könnte nach zuletzt fünf Siegen in Serie jedoch für schnelle Ernüchterung sorgen. Die Münchner sind gewarnt: Schließlich gingen die beiden vergangenen Spiele in Sinsheim verloren - jeweils zu null.

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