Der Verein bestimmt mein Leben.“ Herzlich und etwas verlegen lacht Annika Ulbrich, als sie diesen Satz sagt und streicht dabei ihre blonden Haare nach hinten. Dem Stedinger Turnverein (StTV) gilt die ganze Leidenschaft der 23-jährigen Sportlerin.

Seit März dieses Jahres ist sie zweite Vorsitzende des Vereins. Zusätzlich zu ihrem Engagement als Jugendwartin, Trainerin von vier Turngruppen und Mitglied im Festausschuss. „Soviel neue Aufgaben gibt es nicht“, sagt sie. Klar, schließlich hatte sie schon vorher in vielen Bereichen ihre Finger im Spiel. Ein großes Ziel wird sie in ihrer Tätigkeit verfolgen: eine neue Sporthalle. „Der Bedarf nach neuen Gruppen und neuen Geräten ist da.“ In der vorhandenen Halle sei jedoch zu wenig Platz.

Mit 16 Jahren leitete sie ihre erste Gruppe im Trampolinturnen. Beim Mutter-Kind-Turnen gab es 1986 den ersten Kontakt zum Turnverein. Trotzdem war der sportliche Werdegang der Bernerin längst nicht vorgezeichnet. „Als Kind habe ich so gut wie alles ausprobiert.“ Volleyball spielen, turnen am Boden oder auf dem Trampolin – in diversen Sportarten ist sie noch heute aktiv. Mit der Showturngruppe – klassisches Gerätturnen wird mit Musik und Theater kombiniert – tritt sie mit 14 weiteren Sportlern auch auf Feiern und Festen auf. Salti und Schrauben zeigt sie auf Trampolin-Wettkämpfen bis auf Kreisebene. „Da bin ich eine der Ältesten.“

Viel Freizeit bleibe nicht, bestätigt Annika Ulbrich. An wenigstens vier Tagen in der Woche steht sie in der Sporthalle. Nur die Sommerferien verbringt die umtriebige schlanke Frau vor allem am Berner Strand, auf dem Beachvolleyballfeld. Bei so viel sportlichem Enthusiasmus nimmt es nicht Wunder, dass ihre berufliche Zukunft vom Sport geprägt ist: In Oldenburg studiert sie Sport und Arbeit/Wirtschaft auf Lehramt für Haupt- und Realschulen. Gerade hat sie ein Praktikum in der Ganztagssschule im Schulzentrum Berne absolviert, an der sie auch eine Trampolin-AG anbietet. Nur zu gerne würde sie nach dem Studium hier bleiben – vor allem wegen des Turnvereins.

Nicht zu vergessen ihre Kaninchen: Mecklenburger Schecken züchtet sie derzeit, die vierte Rasse, an der sie sich versucht. Die Pflege dieser putzigen Vierbeiner wird ihren Teil zur Heimattreue von Annika Ulbrich beitragen.KRA

Annika Ulbrich

Studentin