S - Die Schlüsselszene des WM-Finales von Schanghai gegen Brasilien in der 64. Minute wird Nadine Angerer nie vergessen. Beim Stand von 1:0 für ihre Auswahl stand ihr Marta, die beste Fußballerin der Welt, am Elfmeterpunkt gegenüber. Den Schuss der anschließend zur besten Spielerin des WM-Turniers gewählten 21-Jährigen parierte die Torfrau aus Potsdam, hielt so einen Rekord fest und sicherte Deutschland den Titel.

Gleich bei ihrer ersten WM als Stammtorhüterin hat sich die 28-jährige deutsche Nummer eins einen Platz im Geschichtsbuch des Weltfußballs gesichert. Angerer löschte die Marke der italienischen Torwartlegende Walter Zenga, der bei der WM 1990 in Italien sein Tor 517 Minuten lang sauber gehalten hat. „Rekorde und Statistiken bedeuten mir nicht so viel. Hauptsache wir sind Weltmeister“, sagte Angerer, die noch vor dem Turnier mit Silke Rottenberg um den Stammplatz gekämpft hatte.

Sechs Spiele, 540 Spielminuten, 21 Tore erzielt, keines kassiert – noch nie kam eine Mannschaft mit einer solchen Bilanz durch eine WM. „Ich kann das alles noch gar nicht so realisieren. Dazu brauche ich wohl noch ein paar Tage“, sagte die ausgebildete Physiotherapeutin.