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NWZonline.de Sport

Pfeilewerfer schreibt Geschichte

17.04.2018

Saarbrücken Fassungslos schlug Max Hopp im Moment seines größten Triumphes die Hände vors Gesicht. Sein letzter Dart steckte im Bulls Eye – der historische Erfolg des „Maximisers“ war perfekt.

Der 21-Jährige gewann bei den German Open in Saarbrücken sensationell den Titel, als erster Deutscher entschied er ein Turnier auf der Tour des führenden Darts-Weltverbandes PDC für sich. „Mir fehlen die Worte“, sagte Hopp, während die 3000 begeisterten Zuschauer in der Saarlandhalle den Mann des Abends lautstark mit „Allez Hopp“-Sprechchören feierten. „Keiner kann sich vorstellen, was mir dieser Erfolg bedeutet. Ich bin überwältigt.“

In einem dramatischen Match über 15 Legs sicherte sich Hopp im Finale mit 8:7 den Sieg gegen den stark favorisierten Engländer Michael Smith. Zwischenzeitlich hatte Hopp 3:6 zurückgelegen.

„Ich hatte mich zwischendurch aufgegeben, ich habe nicht mehr daran geglaubt“, sagte Hopp zu seiner Aufholjagd, die im spektakulären 121er-Finish im letzten Leg und schließlich im Bulls-Eye, dem Mittelpunkt der Scheibe, endete. „Ich weiß nicht, ob es Glück war, aber der Pfeil ging rein“, sagte Hopp im Interview mit der Webseite „dartn.de“.

Gratulationen erreichten Hopp unter anderem vom erfolgreichsten Spieler der Darts-Geschichte. „Ich bin überglücklich für Max Hopp. Gut gemacht, Kumpel“, schrieb Phil „The Power“ Taylor bei Twitter.

Auf dem Weg zum Endspiel warf der gebürtige Idsteiner unter anderem Titelverteidiger Peter Wright (2. Runde), Vorjahresfinalist Benito van de Pas (Achtelfinale) und Weltmeister Rob Cross (Halbfinale) aus dem Turnier. Auch gegen den Engländer Cross war Hopp beim entscheidenden Dart im zwölften Leg ein 121er-Finish mit letztem Pfeil ins Bulls-Eye gelungen. Starspieler Michael van Gerwen scheiterte bereits überraschend im Viertelfinale an Ian White, der im Halbfinale gegen Smith das Nachsehen hatte.

Nach einem enttäuschenden Jahr 2017 ist der Sieg in Saarbrücken ein erster Meilenstein für Hopp – und ein Mutmacher. Für die WM im vergangenen Jahr hatte sich der Rechtshänder nicht einmal qualifiziert. Jetzt hat er das Ticket für das Jahres-Highlight im Alexandra Palace sowie zahlreiche weitere große Turniere im Herbst aufgrund der umgerechnet 28 800 Euro Preisgeld praktisch sicher.

Schon beim German Dart Grand Prix in München hatte Hopp mit dem Einzug ins Viertelfinale einen Teilerfolg gefeiert und damit seine ansteigende Form angedeutet. „Es ist schön, jetzt wieder ein Ausrufezeichen zu setzen“, sagte Hopp.

Neben zahlreichen kleineren Turnieren wartet Ende Juli das World Matchplay, die inoffizielle „Sommer-WM“, bei der Hopp als erster Deutscher überhaupt teilnehmen wird.

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