SALT LAKE CITY - „Das ist der blanke Wahnsinn. Ich habe alle Antworten auf dem Eis gegeben.“ Claudia Pechstein (38) strahlte vor Freude nach ihrem Comeback beim Eisschnelllauf-Weltcup in Salt Lake City nach Ablauf ihrer zweijährigen Dopingsperre. Unerwartet mühelos gewann Pechstein über 1500 Meter in 1:55,38 Minuten die B-Gruppe, war schnellste Deutsche und qualifizierte sich für die WM in Inzell sowie das Weltcup-Finale in Heerenveen im März. Bereits am Freitag hatte Pechstein über 5000 Meter mit der viertbesten Zeit ihrer Karriere beeindruckt.
Zurückhaltender als zuvor reagierten Pechsteins Kritiker. „Es ist eine große Leistung, dass man nach zwei Jahren mit so viel Stress so laufen kann“, sagte Bart Veldkamp. Der Coach des niederländischen TVM-Teams hatte Pechstein zuvor als „ekelhaftes Geschwür“ des Eisschnelllaufs bezeichnet. Seine Äußerungen nahm er nicht zurück: „Wir sind nicht froh, dass sie läuft. Fakt ist, sie läuft und was sie läuft, ist keine Babyzeit.“
Im Schatten von Pechstein überzeugten auch die deutschen Männer. Der Erfurter Patrick Beckert buchte mit Platz vier über die 10 000 Meter in deutscher Rekordzeit (13:08,54) ebenso das WM-Ticket wie der Münchner Marco Weber (13:09,36) und Moritz Geisreiter (13:16,12) aus Inzell.
