SALZBURG - Im letzten Vorbereitungsrennen war die Leipzigerin gestürzt. Morgen greift Klöden nach Edelmetall.

Von Oliver Görz

SALZBURG - Für den ersten Auftritt bei der Straßenrad-WM in Salzburg hat Judith Arndt vor allem einen Wunsch. „Ich hoffe, dass es endlich aufhört zu regnen“, sagte die Leipzigerin angesichts des teilweise knöcheltiefen Wassers, das die Straßen der Mozartstadt nach unwetterartigen Regenfällen seit Montagabend überschwemmte. Erst Ende vergangener Woche war die 30-Jährige beim Giro della Toskana auf regennasser Strecke gestürzt und musste ihr als WM-Vorbereitung gedachtes letztes Rennen abbrechen.

„Ich fühle mich eigentlich sehr gut in Form und habe mich bei dem Sturz auch nicht ernster verletzt“, sagte die Straßen-Weltmeisterin von 2004, auf der die Hoffnungen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) auf ein Erfolgserlebnis zu Beginn der Titelkämpfe heute ruhen.

Im Einzelzeitfahren (12 Uhr/Eurosport) geht Arndt als Mitfavoritin an den Start. In dieser Disziplin wurde sie 2004 WM-Zweite, während ihr 2005 nur der vierte Platz blieb. „Ich sehe mich auch diesmal nicht als Favoritin“, meinte die Allrounderin, die diese Bürde anderen zuschiebt: „Vor allem die Schweizerinnen erwarte ich wieder ganz vorne“, schaute sie besonders auf die Titelverteidigerin Karin Thürig und Priska Doppmann.

Von der 26,1 Kilometer langen Zeitfahr-Strecke, die sie gestern erstmals besichtigte, war Arndt angetan: „Der Kurs ist sehr anspruchsvoll. Aber das liegt mir mehr, als ein flacher Parcours.“ Auf dem welligen Profil dürfte es für Arndt und die zweite deutsche Starterin Trixi Worrack (Brandenburg) darauf ankommen, sich die Kräfte möglichst gut einzuteilen.

2005 musste der BDR lange warten, ehe der WM-Titel von Regina Schleicher (Marktheidefeld) im Straßenrennen dem Team doch noch Edelmetall bescherte. In den Zeitfahren von Madrid enttäuschten die deutschen Starter dagegen bis auf Arndt. Diesmal soll ein besserer Start gelingen – zumal neben Arndt am Donnerstag auch die Männer durch Sebastian Lang (Erfurt) und Andreas Klöden (Kreuzlingen) die Podestplätze im Visier haben.

Nach den Frauen gehen heute die U 23-Nachwuchsfahrer in den Kampf gegen die Uhr (14 Uhr/Eurosport). Hier ist Tony Martin und Dominik Roels eine Platzierung unter den ersten Zehn zuzutrauen.