Sande - Ihr Meisterstück endgültig niet- und nagelfest machen wollen an diesem Samstagabend die Jadehaie vor heimischer Kulisse: Dem souveränen Tabellenführer der Eishockey-Regionalliga Nord fehlt vor seinem vorletzten Spiel der Hauptrunde gegen den EC Nordhorn, das um 19.30 Uhr in der Eishalle an der Weserstraße beginnt, rechnerisch Stand Donnerstagabend nur noch ein einziger Punkt, um als Aufsteiger den Titelgewinn in der Nord-Staffel vor dem Hamburger SV definitiv perfekt zu machen.
Die vier besten Teams aus dem Norden haben sich für die Verzahnungsrunde mit den besten vier Vertretern aus der Ost-Staffel qualifiziert. Die Playoffs beginnen bereits am 16./17. Februar und damit nur eine Woche nach dem Ende der Regionalliga-Hauptrunde.
Im Osten haben neben Meister Schönheider Wölfe auch Vizemeister Fass Berlin sowie Tornado Niesky und die Chemnitz Crashers die Playoff-Teilnahme bereits sicher. Im Norden sind die Würfel ebenfalls schon gefallen: Neben dem ECW Sande lösten der Hamburger SV, die Salzgitter Icefighters und der EC Nordhorn das begehrte Ticket. Derweil haben ausgerechnet Vorjahres-Meister Weserstars Bremen und Vizemeister Adendorfer EC die Endrunde verpasst.
Die Jadehaie würden Stand 31. Januar als Nord-Erster in Hin- und Rückspiel auf den Zweiten (Berlin) und Dritten (Niesky) aus der Ost-Staffel sowie den Nord-Vierten (Nordhorn) treffen. In der anderen Gruppe träfen die Schönheider Wölfe, der HSV, Salzgitter und Chemnitz aufeinander. Sobald alle Platzierungen der Hauptrunde feststehen, werden die Playoff-Spiele terminiert.
„Wir gehen mit der gleichen Einstellung in die Partie gegen Nordhorn wie in jedes andere Spiel auch – wir wollen gewinnen“, betont ECW-Kapitän Nick Hurbanek und verspürt wie seine Teamkameraden keine Lust auf Rechenspiele in Sachen Torverhältnis. Wobei auch dieses im Vergleich zum HSV (+ 19) klar für die Sander (+ 48) spricht. Auch eine feuchtfröhliche Meisterfeier nach Schlusspfiff am Samstag sei bei der Mannschaft noch kein Thema: „Darüber reden wir in der Kabine nicht. Wir denken weiter von Woche zu Woche.“
Fakt ist: Selbst mit einer Niederlage in Overtime wäre der Mannschaft von ECW-Coach Sergey Yashin nur drei Jahre nach der Gründung des Vereins der zweite Meistertitel nach 2016/2017 (Landesliga) nicht mehr zu nehmen. Doch soll gegen die Nordhorner, die sich ebenfalls schon sicher für die nachfolgende Verzahnungsrunde mit den besten vier Teams aus der Regionalliga Ost qualifiziert haben, nach drei Siegen in direkten Duellen (8:0, 5:3, 4:2) nun unbedingt der vierte Dreier her.
Die Gäste aus der Grafschaft Bentheim tankten zuletzt in der Liga mit einem 6:1-Sieg bei den Weserstars Bremen und im Nordpokal mit einem 9:2-Erfolg gegen CET Timmendorfer Strand weiteres Selbstvertrauen für das Wiedersehen mit den Jadehaien. Dreifacher Torschütze war dabei der lettische ECN-Neuzugang Danielius Nomanovas. „Die Nordhorner haben eine gute Angriffsformation. Wir wissen, was auf uns zukommt“, erklärt Hurbanek.
Aufgrund der Rückkehr von Vladislavs Balakuns in den Kader, kann ECW-Coach Yashin im letzten Heimspiel der Hauptrunde personell aus dem Vollen schöpfen. Zumal die Jadehaie nach der Verpflichtung des Slowaken Ivan Rohac in der Vorwoche (die NWZ berichtete) unmittelbar vor Ende der Transferperiode am 31. Januar personell mit Blick auf die Playoffs noch einmal nachgelegt haben.
So kommt in Tim Maier ein weiterer Stürmer an die Jade. Der 27-jährige Angreifer wechselt mit sofortiger Wirkung vom Ligarivalen Weserstars Bremen und weist bereits Oberliga-Erfahrung auf, unter anderen an der Seite von ECW-Routinier Viatcheslav Koubenski bei den Crocodiles Hamburg (2013 bis 2016). „Mit seiner Verstärkung sind wir noch variabler“, freut sich Hurbanek über den Zugang von der Weser, der eventuell schon am Samstag spielberechtigt ist: „Zudem haben wir gesehen, wie schnell der Kader durch Verletzungen, Krankheiten, Beruf oder Sperren schrumpfen kann.“
