Sande/Obenstrohe - Im letzten Punktspiel des Jahres haben die akut abstiegsgefährdeten Fußballer des Bezirksliga-Schlusslichts RW Sande die große Überraschung verpasst. Auf dem Kunstrasenplatz am Falkenweg in Sande mussten sich die stark ersatzgeschwächten Rot-Weißen am Sonntag mit 1:4 (0:2) dem klar überlegenen TuS Obenstrohe geschlagen geben und warten weiter auf den zweiten Saisonsieg. Das TuS-Team indes erhöhte sein Konto dank zehn von zwölf möglichen Zählern aus den letzten vier Auswärtsspielen auf 19 Punkte und überwintert auf dem neunten Tabellenplatz. Derweil trennen Sande jetzt schon zwölf Punkte vom rettenden Ufer.

„Trotz der verdienten Niederlage, die auch höher hätte ausfallen können, bin ich mit der Leistung unseres arg dezimierten Kaders zufrieden“, bilanzierte RW-Coach Lars Poedtke, der auf diverse Langzeitverletzte und gesperrte Spieler hatte verzichten müssen: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten in diesem Derby haben sich die Jungs noch recht gut geschlagen. Aber wir waren nie mehr als ein limitierter Spielpartner.“

Deutlich besser war die Stimmung bei seinem Gegenüber Rainer Kocks: „Schön, dass meine Spieler vor der Winterpause noch einmal die Kurve gekriegt und erkannt haben, worauf es ankommt“, erklärte der TuS-Trainer: „In Sande hatten wir gefühlt 85 Prozent Ballbesitz und in der zweiten Hälfte viele klare Chancen, wobei wir in den letzten 25 Minuten einen Hauch von Arroganz aufkommen lassen und leider ein bisschen den Faden verloren haben. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.“

Aber der Reihe nach: Gegen tief stehende Sander hatte es eines von Florian Jochens blitzschnell ausgeführten Freistoßes bedurft, den Lars Zwick quer vor das RW-Gehäuse legte, wo Kilian Kersting die 1:0-Führung für den TuS markierte (17.). „Da haben wir geschlafen, auch wenn der Freistoß-Pfiff äußerst fragwürdig war“, erläuterte Poedtke. Seine Mannen lauerten in erster Linie auf Fehler der Obenstroher im Aufbauspiel, um in Kontersituationen über den flinken Dennis Rehbein zu gelangen – doch diesen Gefallen taten ihnen die Gäste nicht.

Im Gegenteil: Nach einem Ballverlust von Sandes Jan Ulfers zog die TuS-Elf ihr gefürchtetes Umschaltspiel auf, das Jochens auf Zuspiel von Yannick Tom Brinkmann mit dem 2:0 vollendete (25.). Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte der angeschlagene Janis Theesfeld mit einem Flatterball aus 25 Metern am verdutzten RW-Keeper Peter Weiss vorbei auf 3:0 (51.). Als nur sieben Minuten später TuS-Youngster Brinkmann in Serge-Gnabry-Manier (wenn auch nicht aus 44 Metern) über den zu weit vor seinem Kasten stehenden Weiss hinweg das 4:0 perfekt gemacht hatte (58.), war der Drops bereits gelutscht.

Während es die Obenstroher im Gefühl des sicheren Sieges versäumten, weiter nachzulegen, kamen die Sander nach einer Ecke von Steffen Lücht durch Maximilian Hohmann immerhin noch zum Ehrentreffer (83.).

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)