SANDKRUG/DELMENHORST - Bei der TSG Hatten-Sandkrug hat die heute 15-Jährige mit dem Sport angefangen. In Berlin turnte sie vor 2000 Zuschauern.

Von Frank Jacob

SANDKRUG/DELMENHORST - Nur wenige Sekunden kann Janntje Barkemeyer den Höhenrausch genießen. Dann hat sie wieder festen Boden unter den Füßen. Obwohl: Wirklich fest ist der Boden doch nicht. Würde das Trampolin nicht nachgeben, könnte sie ihren Höhenflug gar nicht erst antreten.

Auf einem solchen befindet sich die 15-jährige Delmenhorsterin, die in Sandkrug aufgewachsen ist, zurzeit. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin errang sie kürzlich die Bronzemedaille im Synchronspringen, in Delmenhorst gehört sie längst zu den Aushängeschildern im Trampolinspringen, sagt ihre dortige Trainerin Brigitte Maas.

Wie sich alles entwickelte, weiß Janntje Barkemeyer heute gar nicht mehr genau: „Ich habe bei der TSG Hatten-Sandkrug angefangen. Erstmal so zum Spaß.“ Damals war Janntje gerade sieben Jahre alt.

Als sie ein Jahr später nach Delmenhorst zog, begann sie, den Sport intensiver zu betreiben – die ersten Erfolge stellten sich alsbald ein. Schnell wurde man aus diesem Grund auch auf Landesebene auf das Talent aufmerksam. Inzwischen fährt sie dreimal in der Woche nach Aschendorf in der Nähe von Papenburg zum Landesstützpunkt, wo sie von Thomas Springub trainiert wird.

Außerdem gehört die 15-Jährige dem niedersächsischen Landeskader an. Da Springub die gleiche Ausbildung wie der Landestrainer hat, nimmt Janntje jedoch nur unregelmäßig am Landeskadertraining teil.

Ihre Eltern unterstützen sie nach allen Kräften, fahren sie zu den Trainingseinheiten und bieten ihr den notwendigen Rückhalt. Aber: „Wenn sie in der Schule schlecht wird, fahren wir sie nicht mehr“, sagt Vater Gerd, der meint, dass ein bisschen Druck nicht schaden könne. Denn die Schule dürfe seine Tochter auf keinen Fall vernachlässigen.

Derzeit sieht die Schülerin der 9. Klasse des Delmenhorster Max-Planck-Gymnasiums da auch keine Schwierigkeiten: „Ich bin eine ganz normale Schülerin.“

Den Trampolinsport einzuschränken, kommt für Janntje deshalb momentan auch nicht in Frage: „Ich kann mir zurzeit nicht vorstellen aufzuhören.“ Schließlich sagt sie über sich, dass der Sport einen wichtigen Stellenwert in ihrem Leben eingenommen hat.

Um für die Wettkämpfe fit zu sein, ist auch eine gesunde Ernährung essentiell. „Wichtig ist es, nichts Fettiges oder Süßes vor dem Turnier zu essen“, sagt die 15-Jährige, die aber zugibt, dass sie nicht immer nach diesem Credo lebt.

Am liebsten turnt Janntje auf dem Großgerät. „Da springt man länger und ist länger in der Luft“, schwärmt sie. Als sie ihre Künste bei der DM in Berlin zeigte, sahen rund 2000 Zuschauer ihr zu – ein „unbeschreibliches Gefühl“, sagt die Turnerin. „Ich hatte großes Lampenfieber. Beim Springen ging es aber schnell vorüber.“

Mit der DM-Teilnahme hat sie ihr erstes selbst gestecktes Ziel bereits erreicht. Was als nächstes kommt? „Darüber habe ich noch nicht wieder nachgedacht“, gibt sie sich ganz bescheiden. Fest steht, dass es weiter hoch hinaus geht. Schließlich genießt Janntje den Höhenrausch.