SANDKRUG - Hohe Niederlagen werfen die Jungs von SWO nicht zurück. Viel wichtiger ist, dass jeder einmal spielt.
Von Werner Scheffer
SANDKRUG - Leistung zählt. Nicht nur im Sport, aber vor allem da. Wer zu langsam ist, wer den Ball nicht richtig trifft, wer die Taktik nicht versteht, verliert. Bei Schwarz-Weiß Oldenburg ist das anders. Nicht, dass die E-Jugend-Fußballer aus Sandkrug gerne verlieren. Aber der Leistungsgedanke steht bei den jungen Kickern zurzeit nicht im Vordergrund.Ein Beispiel gefällig? Beim „Oldenburger Juniorcup“ in Großenkneten am vergangenen Wochenende mussten die Jungs zwei heftige Niederlagen einstecken. Das 0:10 gegen den HSV und 0:13 gegen Schalke 04 sprechen eine deutliche Sprache. Am Ende waren die SWO-Kicker Letzter. Enttäuscht war darüber niemand.
„Wann haben wir schon mal die Chance, gegen Schalke 04 und den HSV vor so einer großartigen Kulisse zu spielen“, fragt Frederik Schöne. Der Elfjährige stand gegen Schalke nur vier von zehn Spielminuten auf dem Platz, doch das störte ihn wenig. Sein Kurzeinsatz lag nicht an seiner Spielform.
SWO war nämlich mit seiner gesamten Mannschaft, bestehend aus 20 Spielern, nach Großenkneten gekommen. „Wir haben die Spielzeit brüderlich geteilt. Jeder hat mal gespielt“, erklärt Mitspieler Sören Spille. SW Oldenburg agierte mit „Vierer-Blöcken“, die nach wenigen Minuten unabhängig vom Spielstand durchgewechselt wurden. Die hohen Schlappen waren dabei nur nebensächlich. „Für uns steht nicht der Erfolg im Vordergrund“, erklärt Coach Jochen Pokies seine soziale Philosophie. Unterstützt wird der 42-Jährige dabei von seinen Assistenten Wiebke Vörding und Jörn Conde-Fidalgo.
Und die Spieler, die größtenteils schon seit der „Pampers-Liga“ unter der Aufsicht von Jochen Pokies kicken, haben diese Denkweise verinnerlicht. „Natürlich hätten wir alle gerne länger gespielt, aber wichtiger ist doch, das jeder mal ran konnte“, sagt der zehnjährige Kai Menneking. Die Gemeinschaft zählt. „Wir fahren zu jedem Turnier mit der ganzen Truppe“, ergänzt Jan Pokies, einer von drei Torhütern und Sohn des Trainers.
So war das Pokies-Team zum Beispiel beim internationalen Pfingstturnier in Paris auch mit dem kompletten Kader dabei. Immerhin belegte SWO bei dem hochkarätigen Vergleich einen beachtlichen 14. Platz von 24 Teilnehmern. In der kommenden Saison 2007/2008 ist die Zeit des „Block-Spiels“ übrigens beendet. Dann spielen die Pokies-Schützlinge in der D-Juniorenklasse mit elf Spielern von Beginn an.
