SANDKRUG - Einigkeit herrschte nach dem Kellerduell der Dritten Liga, das die Handballer der TSG Hatten-Sandkrug in ihrer Halle an der Schultredde gegen die HSE Hamm mit 27:36 (16:16) verloren hatten. „Der Knackpunkt war die 33., 34. Minute“, sagte TSG-Trainer Henning Sohl. „Wir bekommen zwei Zeitstrafen und kriegen die Gegentore, die uns auf die Verliererstraße bringen.“ Und auch für Gästetrainer Mickey Reiners war der Beginn des zweiten Spielabschnitts entscheidend. „Mit der 6:0-Abwehr haben wir in der zweiten Halbzeit mehr Erfolg gehabt“, sagte er. Die Hammer, die eine Serie von zwölf Niederlagen beendeten, haben als Vorletzter nun drei Punkte Vorsprung auf die Sandkruger.
„Es war von Anfang an ein Kampfspiel, in der beide Mannschaften alles in die Waagschale geworfen haben, was sie hatten“, erklärte Reiners. Dass die Partie trotzdem sehr fair blieb, lag daran, dass die Schiedsrichter Urs Mücke und Sven Titze den Spielern konsequent Grenzen setzten. Und dann auch daran, dass die Aktiven nicht versuchten, diese zu überschreiten.
Vor allem in der ersten Halbzeit war die Begegnung völlig ausgeglichen. Beide Mannschaften hielten das Tempo hoch, suchten im Angriff schnell und oft erfolgreich den Abschluss. Die Gäste begannen mit einer defensiven 5:1-Abwehrformation, in die die TSG durch das Einlaufen eines Außenspielers an den Kreis viele Lücken riss. Sie lag zunächst ständig knapp vorn, so dass Reiners bereits nach zwölf Minuten reagierte und auf eine offensive 3-2-1-Formation umstellte. Doch auch darauf hatten die Sandkruger Antworten. Sebastian Rabe kam für Björn Schilke im linken Rückraum. Er, Mittelmann Alexander Stein und vor allem der 20-jährige Torben Kolpack im rechten Rückraum ließen sich nur selten aufhalten. Da sich auch die HSE-Rückraumspieler als sehr treffsicher erwiesen, ging es mit einem 16:16 in die Pause.
In dieser hatte Reiners seiner Mannschaft die defensive 6:0-Abwehrvariante verordnet, gegen sich die TSG, die zu kurz nach Beginn eine doppelte Unterzahl verkraften musste, sehr schwer tat. Sie geriet mit 17:21 ins Hintertreffen (35.). Davon erholte sie sich nicht mehr. Sie verlor zudem in der 44. Minute Rückraumspieler Björn Schilke, der eine Zeitstrafe kommentierte und sich gleich die nächste, seine dritte, einfing. „Das hat uns in die Karten gespielt“, meinte Reiners.
„Es war halt ein sehr emotionales Spiel“, sagte Sohl zu der Szene, in der ihm die Möglichkeit verloren ging, im Rückraum mehr zu variieren. Seine Spieler verließ die Kraft, die Fehlerquote stieg. Ganz anders lief es bei der HSE. Der überragende 14-fache Torschütze Stefan Honerkamp und der sehr starke Kreisläufer Manuel Honerkamp drehten noch einmal auf. Sie nutzten die größer werdenden Lücken im Mittelblock der TSG-Abwehr und führten ihr Team zu einem Sieg, der etwas zu hoch ausfiel.
„Uns sind mit diesem Spiel unsere Grenzen in der Dritten Liga aufgezeigt worden“, erklärte Sohl. „Sie war eine Erfahrung. Und trotzdem sind wir auf dem richtigen Weg, wenn wir darauf setzen, junge Leute einzubauen. Einer von ihnen, Torben Kolpack, hat eine hervorragende Leistung geboten. Diesen Weg werden wir weiter gehen. Deshalb habe ich auch A-Jugendtorwart Jan Tholen noch gebracht.“
TSG Hatten-Sandkrug
Steffens (1.-38., 44.-58.), Tholen (38.-44., ab 58.) – Schimpf 3, Smarsli (n.e.), Kieselhorst, Rabe 4, Kolpack 6, Kirschen, Stein 3, Schilke 3, Menkens 4, Schinnerer 3, Mitschke 1HSE Hamm
Lichtenegger – Honerkamp 5, Wiesmann 6, Büchte, Schulz 1, Braihwaite, Mühlbrand, Kirings 7, Honerkamp 14/3, Feldmann, Dreiszis, Lommel 2/1, Hartmann 1Schiedsrichter
Mücke, Titze (Hannover, Braunschweig)Siebenmeter
TSG 0, HSE 6/4.Zeitstrafen: TSG 5, HSE 2.
Rote Karte: Schilke (44., 3. Zeitstrafe)
Mickey Reiners (Trainer HSE): „Die Schiedsrichter haben wesentlich weniger Fehler gemacht als die beiden Mannschaften.“
