Sandkrug - Ein halber Millimeter: Größer ist der Durchmesser der „Zehn“ auf einer Luftgewehrscheibe nicht. Die Diabolo-Munition hinterlässt auf der Pappscheibe knapp fünf Millimeter dicke Löcher.

Das ist alles nicht viel bei einer Schussdistanz von zehn Metern. Doch als ob das nicht schwer genug wäre, gibt es Sportler im Schützenverein Sandkrug, die seit zwei Jahren eine besondere Herausforderung suchen. Möglichst schnell laufen und dennoch präzise treffen, so lautet das Erfolgsrezept im Sommerbiathlon – viel einfacher gesagt, als getan.

Im Winter gehören Biathlon-Läufe stets zu den populärsten, weil spannendsten, Wettkämpfen. Ein bis zwei Fehler sind durch läuferische Leistung manchmal noch auszugleichen. Das gilt auch für die Sommervariante. Wer allerdings seine Kräfte falsch einteilt und mit zu hohem Puls an den Schießstand läuft, hat schon verloren.

Es ist nicht zuletzt diese Dynamik, die den Reiz des Sports ausmacht. „Um Erfolg zu haben, braucht man neben Fitness einen klaren Kopf und Erfahrung“, sagt Christina Lehmhus. Die Sandkrugerin ist Abteilungsleiterin der 2015 gegründeten Sommerbiathlon-Abteilung der Sandkruger Schützen, an Wettbewerben bis hinauf zu Deutschen Meisterschaften nimmt sie seit 2012 erfolgreich teil. Vor Wettkämpfen trainiert sie täglich Kondition und Konzentration.

Seit der ersten Weltmeisterschaft Ende Juni in Suhl (Thüringen) bei der sie Zuschauerin war, hat es ihr der Target-Sprint angetan (siehe Infobox). Für den Sommerbiathlon könnte diese Disziplin, in der Schießfehler besonders schwer wiegen, den Durchbruch bringen, glaubt sie. „Wir hoffen darauf, olympisch zu werden.“

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten