Sandkrug/Oldenburg - Am Sonntag ist es endlich soweit: Mit vierwöchiger Verspätung geht die 27. Sandkruger Schleife an den Start, nachdem sie aufgrund des Hochwassers Anfang Januar verschoben werden musste. Mit dabei: Cord Zacharias von der im letzten Jahr gegründeten Leichtathletikabteilung der Eintracht aus Oldenburg. Erst unwesentlich länger läuft Zacharias überhaupt.
Seit zwei Jahren aktiv
Nicht mal zwei Jahre ist es her, dass der heute 49-Jährige in einer für ihn schwierigen Zeit aus persönlichen Gründen mit dem Laufen begann. „Als ich mit einem Freund im Bürgerbusch Laufen war, habe ich dort Michael Groth kennengelernt, der mich seitdem super supportet hat und irgendwie war das dann auch ein wenig absehbar, in welche Richtung sich das entwickeln würde“, lacht Zacharias, der ähnlich wie sein Mentor eine Vorliebe für Läufe abseits der Straße hat. Das ist ein Grund, warum er auch in diesem Jahr wieder die „Schleife“ in Angriff nimmt. „Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und beim gesamten Lauf herrscht eine sehr gute Atmosphäre und Stimmung“, schwärmt der Oldenburger von dem Lauf, den er am Sonntag zum zweiten Mal in Angriff nehmen wird.
Seinen ersten Wettkampf bestritt Zacharias 2022 beim Ofener Herbstlauf noch auf der Straße, aber bereits bei seinem dritten Start war er beim „Lop dwasch dörn Wildenloh“ erstmals in der Natur unterwegs. Nach und nach wurden die Strecken länger. Im März lief er am Werdersee in Bremen seinen ersten Marathon und ein halbes Jahr später mit der 53 Kilometer langen Harzquerung von Wernigerode nach Nordhausen seinen ersten Ultramarathon. „Da sind wir mit einer Mannschaft hingefahren, das war ein ganz tolles Erlebnis. Außerdem war es einer meiner schönsten Läufe bisher“, sagt Zacharias.
32 Läufe
Am Ende seines ersten kompletten Jahres als Läufer standen 32 (!) Starts bei Laufveranstaltungen zu Buche. Die Hälfte davon ging über die Marathondistanz und länger. Darunter auch Straßenläufe wie die Marathons in Oldenburg und Bremen sowie Klassiker des Geländelaufs wie der Bremer Bergmarathon, der Röntgenlauf in Remscheid, der Bad Harzburger Bergmarathon, der Rothaarsteigmara-thon und die erwähnte Harzquerung. „Für mich stehen das Erlebnis und das Überwinden des eigenen Schweinehundes an erster Stelle und weniger das Aufstellen neuer Bestzeiten“, erklärt er die Auswahl seiner Läufe.
Deshalb wird in diesem Jahr das Pendel weiter Richtung Ultralauf ausschlagen, mit dem Saison-Highlight am 8. Juni beim Vogelsberger Vulkan-Trail über 101 Kilometer mit 2875 Höhenmetern. „Mein bisher längster Lauf ging über 70 Kilometer. Nochmal die Hälfte drauf ist schon ein ganz schönes Brett“, sagt er mit Respekt vor der Distanz, vor der ihm aber nicht bange wird – ganz nach seinem „Lehrmeister“ Michael Groth.
Meisterschaftsdebüt
In der Vorbereitung wird er schon den ein oder anderen „Ultra“ laufen. Los ging es am vergangenen Wochenende mit dem 50-Kilometer-Lauf in Rodgau. Über die gleiche Distanz geht es am 17. März in Bremen, wo er ein Jahr zuvor seinen ersten Marathon gelaufen war. Diesmal stehen hier die deutschen Meisterschaften im 50-Kilometer-Straßenlauf auf dem Programm – seine erste Teilnahme an einer Meisterschaft. Aber nun steht erst einmal die Schleife auf dem Programm: „Ich freue mich riesig auf Sonntag.“
