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Gruppe G: Spitzenspiel könnte zur Farce werden

28.06.2018

Saransk Der größte Urinstinkt von Profifußballern ist das Streben nach Siegen. Eigentlich. Im sportlich eher nebensächlichen Duell zwischen England und Belgien könnte das anders aussehen. Die WM-Mitfavoriten haben mit jeweils sechs Punkten und 8:2 Toren das Achtelfinale erreicht. Das direkte Duell gerät zu einem Wettkampf: Wie schone ich meine wichtigsten Spieler? Und vielleicht sogar: Wie kann ich am besten den Gruppensieg abschenken, ohne dass es besonders auffällt?

England und Belgien stehen vor dem Gruppenfinale an diesem Donnerstag (20 Uhr/ARD) in Kaliningrad vor einem skurrilen Duell. Der Sieger gewinnt die Gruppe G, aber was ist, wenn das gar keiner will?

Zumindest öffentlich dürfen das die Trainer und Verantwortlichen nicht sagen. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, betonte Englands Trainer Gareth Southgate. Spekulationen, nach denen die „Three Lions“ verlieren wollten, um schwierigeren Gegnern aus dem Weg zu gehen, wies Southgate vehement zurück. „Da wagen wir uns auf dünnes Eis“, warnte er: „Für unser Land wäre eine solche Einstellung kaum möglich.“ Immerhin: Seinen Superstar Harry Kane, der nach fünf Toren aus zwei Spielen auf die Torschützenkönig-Trophäe schielt, dürfte Southgate bringen. Und damit schon mehr Superstar-Power als es Roberto Martínez auf der Gegenseite plant.

„Ich glaube, die Teamperspektive ist das einzige, was zählt. Persönliche Belange zählen nicht“, sagte der Spanier. Kevin de Bruyne und Jan Vertonghen? Können einen Einsatz vergessen, weil sie gelb-vorbelastet sind. Chelseas Star Eden Hazard dürfte nach einer Wadenverletzung geschont werden. Auch Vier-Tore-Mann Romelu Lukaku von Manchester United bekommt kein Duell mit den Premier-League-Kollegen. „Er braucht mehr Zeit“, sagte Martínez über Lukaku, der einen Schlag auf den Knöchel erlitt. Selbst elf Wechsel schloss der Trainer nicht aus. „Das ist eine Möglichkeit. Ich finde, jeder sollte die Möglichkeit bekommen, ein Spiel bei der WM zu absolvieren.“

Belgiens Motive sind gut nachvollziehbar. Aus der Partnergruppe H scheint es egal, ob man Kolumbien, Senegal oder Japan im Achtelfinale spielen muss. Und der Gruppenzweite hat neben dem günstigeren Turnierbaum zwei weitere Vorteile: Er hat einen Tag mehr frei bis zum nächsten Spiel und die bessere Reiseroute. Wird Belgien Erster, heißt der Weg bis in ein mögliches Finale Rostow, Kasan und St. Petersburg. Wird Belgien Zweiter, lautet er Moskau, Samara, Moskau. Es ist unschwer zu erraten, was die Roten Teufel mit ihrem Trainingscamp vor den Toren von Moskau bevorzugen.

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