SATERLAND - In diesem Winter ist das Eisschwimmen für die Mitglieder der DLRG Saterland einfach: Es gibt kein Eis, und so können sie einfach in den Hollener See springen und sich bei herbstlichen Temperaturen an ihrem außergewöhnlichen Hobby erfreuen. Im vergangenen Winter mussten sie noch Löcher in die dicke Eisdecke des Sees in Ramsloh schlagen, berichtet Dirk Hanekamp, erster Vorsitzender des DLRG Ortsverbandes Saterland. Jeden Sonntagvormittag bei „Wind und Wetter“ sind die Eisschwimmer am See anzutreffen.

Doch in diesem Jahr ist etwas anders. Neun der 15 Eisschwimmer nehmen vom 20. bis 22. Januar in Jurmula in Lettland erstmals an der Weltmeisterschaft im Eisschwimmen teil. Einen Nachteil für die Vorbereitungen aufgrund des milden Winters hierzulande sieht Hanekamp nicht.

„In Lettland herrschen fast dieselben Bedingungen wie hier“, sagt Hanekamp.  Zudem sei das Wasser im Hollener See mit einer Temperatur von sechs bis sieben Grad Celsius trotzdem noch ziemlich kalt. An den Meisterschaften wird die Saterländer Delegation, die am Donnerstag, 19. Januar, in Richtung Lettland fliegt, in der Disziplin „25 Meter Brustschwimmen“ teilnehmen. An die „Königsdisziplin“ – 450 Meter Freistil – trauen sich die Saterländer noch nicht heran. Bei den kalten Wassertemperaturen ist das nur etwas für Profis. Hanekamp: „Von den insgesamt 1500 Teilnehmern werden an dieser Disziplin nur gut 20 teilnehmen.“ Man wolle beim ersten Mal nicht übertreiben.

Auf die Weltmeisterschaft sind die Saterländer eher zufällig gestoßen. Christian Rumkamp, Mitglied der Ortsgruppe, hatte im Internet darüber gelesen und dann die Organisation übernommen. Dirk Hanekamp, dessen Vater Leonhard die Eisschwimm-Gruppe vor 30 Jahren gründete, würde auch gern teilnehmen, hat aber keine Zeit. Seine Mitstreiter sieht er aber gut vorbereitet auf den Wettkampf. Trotz milder Temperaturen sei das Eisschwimmen in diesem Winter kalt und abhärtend – wegen des „Schmuddelwetters“. Im vergangenen Winter habe des öfteren die Sonne geschienen, meint Hanekamp. Das habe Vorteile gehabt: „Wenn man bei Minusgraden aus dem Eis steigt, trocknet die Kälte die Haut, und die Sonne hilft, sich wieder aufzuwärmen. Jetzt kommt man aus dem kalten Wasser, es ist keine Sonne da, und es bleibt kalt“, meint der DLRG-Vorsitzende.