Stuttgart - Die ehemalige Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa hat den Titel-Hattrick beim WTA-Turnier in Stuttgart geschafft. Die 27 Jahre alte Tennisspielerin aus Russland entschied am Sonntag das teilweise hochklassige Endspiel gegen die frühere French-Open-Siegerin Ana Ivanovic mit 3:6, 6:4, 6:1 für sich.

Nach 2:03 Stunden feierte die viermalige Grand-Slam-Turniersiegerin ihren 13. Sieg in Serie bei der prestigeträchtigen Sandplatz-Veranstaltung. Scharapowa erhält für den 30. Titel ihrer Karriere ein Preisgeld von rund 96 000 Euro und zum dritten Mal nach 2012 und 2013 einen Sportwagen des Titelsponsors.

„Es war ein sehr hartes Match. Ich habe versucht, immer an meine Chance zu glauben“, sagte Scharapowa. Im zweiten Satz lag die 1,88 Meter große Athletin schon 1:3 zurück und sah wie die sichere Verliererin aus. Doch mit Kampfkraft und Nervenstärke drehte sie die Partie und gewann erstmals das gleiche Turnier dreimal. Die anfangs stark aufspielende Ivanovic verpasste den dritten Turniersieg 2014.

Vier Wochen vor Beginn der French Open geriet das Duell der ehemaligen Weltranglistenersten in der Anfangsphase zu einer erstaunlich einseitigen Angelegenheit. Mit kraftvollen Aufschlägen, frechen Stopps und ihrem variablen Spiel ärgerte die 1,84 Meter große gebürtige Belgraderin immer wieder ihre Kontrahentin.

Nach 35 Minuten vergab Ivanovic beim Stand von 5:0 ihren ersten Satzball und ließ ihre Kontrahentin noch einmal auf 5:3 herankommen. Doch eine Viertelstunde später landete eine Rückhand Scharapowas im Netz und Ivanovic hatte Satz eins mit 6:3 für sich entschieden.

„Ein besseres Finale können wir uns eigentlich gar nicht wünschen“, hatte die Sportliche Leiterin Anke Huber am Sonntag in der Abschlusspressekonferenz gesagt. Turnierdirektor Markus Günthardt sprach angesichts des gescheiterten deutschen Sextetts von einem „Traumfinale“. Tatsächlich begeisterten die beiden attraktiven Athletinnen das Publikum mit teilweise spektakulären Ballwechseln.

„Schönes Finale“ hatte die PR-Abteilung des Porsche Tennis Grand Prix die Partie in ihren täglichen Turniernotizen getauft. Wahlweise war auch vom „Duell der feinen Damen“ zu lesen. Mit einer Bilanz von 2:7-Siegen war Ivanovic in das Match gegangen. Zudem hatten die Statistiker der WTA noch eine bemerkenswerte Zahl ausgekramt: Seit dem Halbfinale der French Open 2011 hat Scharapowa auf dem früher verhassten Sand gegen keine andere Spielerin als Serena Williams verloren (44:0).

Dabei sollte es bleiben: Die russische Tennis-Diva drehte das Match und beendete ihre titellose Zeit seit dem Stuttgart-Triumph vor einem Jahr. „Ich liebe einfach dieses Spiel und den Wettkampf. Das letzte Jahr war mit der Verletzungspause sehr hart für mich“, sagte sie.