Bookholzberg - Und schon wieder gab es Tumulte auf einem Fußballplatz im Landkreis Oldenburg. Betroffen war am Sonntagnachmittag das Spiel in der 2. Kreisklasse zwischen dem Bookholzberger TB und dem SV Hicretspor II. Schiedsrichter Lukas Tepe (VfL Wildeshausen) pfiff die stark aufgeheizte Begegnung zur zweiten Halbzeit nicht wieder an.
„Ich bin von Hicretspor-Spielern wiederholt bedrängt worden, sowohl verbal als auch körperlich“, erklärte Tepe seine Entscheidung. Er habe bei einem Spieler des Bookholzberger TB eine gewisse Angst erkennen können, sah darüber hinaus aber auch seine eigene Sicherheit nicht mehr gewährleistet.
Bei den beteiligten Clubs gingen die Meinungen zu den Vorkommnissen auseinander. Christian Brinkmann, Trainer des Bookholzberger TB, war noch am Montag aufgebracht ob der Geschehnisse. „Ich bin schon lange im Fußballgeschäft, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, erzählte Brinkmann, der volles Verständnis für den Abbruch durch den Referee hatte. Hicretspor-Vorsitzender Murat Kalmis stufte die Entscheidung hingegen als überzogen ein. „Mir sind keine Bedrohungen bekannt geworden“, erklärte Kalmis, der wiederum sein Team „rassistischen Äußerungen“ ausgesetzt sah.
Nachdem die Partie zunächst noch relativ ruhig begonnen hatte, kippte die Stimmung, als die Bookholzberger einen 0:1-Rückstand in eine 2:1- und später 3:1-Führung umbogen. „Die Hicretspor-Spieler wurden immer aggressiver“, berichtete der BTB-Trainer. Ein Ellbogencheck gegen einen Bookholzberger Spieler – eine Szene, die sich im Rücken des Schiedsrichters abspielte – sei eine der schlimmsten von „vielen üblen Attacken“ gegen den BTB gewesen, so Brinkmann. „Hicretspor hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn sie sechs Rote Karten bekommen hätten“, führte er weiter aus.
Einen Platzverweis sprach der Schiedsrichter dann noch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gegen Mesut Canakci wegen Nachtretens aus. Auf dem Weg in die Kabine setzten sich die Beleidigungen – nicht nur in Richtung des Unparteiischen – fort. „Wir haben dem Schiedsrichter sogar ein Vereinsmitglied zum Schutz an die Seite gestellt“, sagte Bookholzbergs Trainer, der das Verhalten des Gegners nicht akzeptieren will. „So etwas hat auf dem Sportplatz nichts zu suchen, das muss konsequent geahndet werden“, forderte Brinkmann.
Auf das Sportgericht wartet somit kurz vor der Winterpause noch einmal viel Arbeit.
