Friesoythe/Granheim - Eine Schneeballschlacht zwischen Jugendlichen. Eigentlich auch für Friesoyther nichts Ungewöhnliches – es sei denn man schaut auf den Kalender: Mitte August. Die Jugendlichen befinden sich im Zentrum Norwegens auf der sogenannten Schneestraße (1300 Meter über dem Meeresspiegel). Rund 100 Kilometer weiter östlich, im Nationalpark Jotunheimen (norwegisch: Land der Riesen) könnten die Friesoyther meinen, es ist Weihnachten – vor ihnen stehen Rentiere. „Genau das ist die Idee unserer Fahrt. Wir wollen den Jugendlichen die einzigartige Natur in Skandinavien näher bringen“, sagt Bernhard Wagner, der als Lagerleiter zusammen mit Heiner Elsen und 50 weiteren Friesoyther Jugendlichen und Betreuern zwei Wochen als Vamos-Jugendfahrt der Kirchengemeinde St. Marien in Norwegen verbrachte.

Bereits am 7. August bezog das Vamos-Tourteam sein Lager in Granheim, rund 200 Kilometer nordwestlich der norwegischen Hauptstadt Oslo. „Vor drei Jahren waren wir das letzt Mal in diesem Haus. Es bleibt für uns der ideale Ausgangspunkt für Reisen in die spektakuläre norwegische Natur“, sagt Lagerleiter Heiner Elsen. Nach dem sich die neuen Teilnehmer am ersten Tag mit Paddel und Wanderschuhen vertraut gemacht hatten, ging es am ersten Sonntag im Lager steil aufwärts. „Zusammen mit dem ganzen Lager erklommen wir das 1700 Meter hohe Skogshorn“, so Elsen. Am Gipfel wurde es dann kalt. „Wir standen dort oben mitten in den Wolken. Lange hielt man es bei den milden Temperaturen nicht aus“, verrät Lagerleiter Bernhard Wagner.

Doch schon die nächsten Tage meinten es gut mit den abenteuerlustigen Friesoythern. Bei strahlendem Sonnenschein erkundeten die Jugendlichen per Kanu, zu Fuß oder auf dem Mountainbike die skandinavische Flora. „Für mich bleibt Norwegen eines der schönsten Länder der Welt. Unsere Augen kamen in einen ganz besonderen Genuss“, sagt Dechant Michael Borth, der die Jugendfahrt mit zwei Messen und täglichen Impulsen geistlich betreute.

Doch Michael Borth war nicht nur als Pfarrer im Lager unterwegs. Auf dem Höhepunkt der Fahrt, der Mehrtagestour mit Übernachtung im Zelt, wechselte er nach dem Paddeln zum Kochlöffel. Auch am Lagerfeuer brachte er die Teilnehmer der Fahrt mit Gesängen zum Schmunzeln. Ein paar Kilometer weiter westlich erreichte der Rest der Gruppe mit dem Mountainbike ihr Übernachtungslager. „Wir haben anders als die Kanufahrer keine Zelte. Wir schliefen alle unter einer Plane und entzündeten unser Lagerfeuer mit einem Magnesiumstein“, so Wagner.

Für Abwechslung aber nicht weniger Spaß sorgten ein Städtetrip nach Oslo sowie das traditionelle Adventure-Spiel. „In diesem Jahr hat einfach alles funktioniert. Das Wetter war super und wir waren eine tolle motivierte Truppe“, so Lagerleiter Elsen.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland