Sarve - Stolz streicht Gralf Meentzen über das glänzende schwarze Fell des Friesenhengstes Primus. Die lange wallende Mähne reicht rassetypisch bis zur Schulter des Dreijährigen. Ein imposantes Erscheinungsbild, das jüngst auch die Jury bei der Hengstkörung der Junghengste überzeugte. In Alsfeld bei Kassel zeichnete der Friesenpferde-Zuchtverband (FPZV) Primus als besten Junghengst in ganz Deutschland aus.
„Das ist schon etwas Besonderes“, freut sich Gralf Meentzen. „Dieser Wettbewerb findet einmal im Jahr irgendwo in Deutschland statt“, erklärt der Nordenhamer. Die Richter bewerten dabei das sogenannte Exterieur, das äußere Erscheinungsbild der Hengste sowie die Bewegungsabläufe. Nicht jeder Hengst kann an dem Wettbewerb teilnehmen.
„Es gibt gewisse Voraussetzungen“, sagt Gralf Meentzen. Die Teilnehmer wurden normalerweise schon als Fohlen mit Prämien ausgezeichnet. Auch Primus erhielt bereits im Alter von fünf Monaten eine Auszeichnung auf der Fohlenschau. „Sein Vater ist ein erfolgreicher Zuchthengst, der in Holland gezogen wurde“, erklärt der Nordenhamer, der sich seit 1990 ganz der Pferdezucht verschrieben hat.
„Begonnen habe ich mit der Oldenburger Pferderasse“, erinnert sich Gralf Meentzen. „Dann kam meine Frau eines Tages zu mir und fragte mich, ob es nicht eine Rasse gibt, die etwas ruhiger wäre. So bin ich zu den Friesen gekommen.“
In den Niederlanden, dem Mutterland der Friesenpferde, wurde er schließlich fündig. „Erst habe ich eine Zuchtstute gekauft, dann kamen weitere dazu.“
„Das Interessante an Friesen ist, dass sie so vielseitig einsetzbar sind“, schwärmt der Pferdezüchter. „Sie eignen sich als Reitpferd und beeindrucken durch ihre schwungvollen Bewegungen in der Dressur. Aufgrund ihrer Kraft, gepaart mit einem sanften Wesen, findet man sie jedoch auch häufig vor der Kutsche.“
Die sanftmütigen Kraftpakete bestimmen seither den Alltag des 70-Jährigen. Insgesamt sieben Tiere stehen in seinem Stall in Atens. „Zwei Zuchtstuten, ein Hengst und Jungtiere“, erzählt er. Auch zwei Mini-Friesen finden sich auf dem Hof von Gralf Meentzen. „Für die Enkelkinder“, sagt er.
„Dass Primus so erfolgreich ist, freut mich natürlich außerordentlich, zumal es auch den Wert des Pferdes steigert“, verrät der Züchter. „Im Moment schaue ich mich bereits nach einem geeigneten Käufer um.“ Für einen prämierten Champion dieser Größenordnung zahlen Käufer immerhin zwischen 10 000 und 15 000 Euro. „Luft nach oben ist beim Pferdekauf natürlich immer“, weiß der Nordenhamer. Der Züchter scheint ein Gespür für vielversprechenden Nachwuchs zu haben, was zahlreiche Plaketten und Schleifen in seinem Haus beweisen.
Demnächst wird es auf dem Hof von Gralf Meentzen wieder Nachwuchs geben. „Meine beiden Zuchtstuten bekommen im April ihre Fohlen“, erzählt der Nordenhamer. Wahrscheinlich werden es auch diesmal erfolgreiche Champions.
