SCHORTENS - Die Verteilung der Fördergelder für die Jugendarbeit in der Stadt Schortens stößt in fünf Sportvereinen auf Kritik. In einem Brief an Schortens Bürgermeister Gerhard Böhling haben Vertreter von Heidmühler FC, TuS Sillenstede, SW Middelsfähr, TuS Glarum und Grün-Gelb Roffhausen in einer gemeinsamen Stellungnahme eine „gerechtere Verteilung der Fördergelder“ eingefordert.
Die Vereine berufen sich auf ein Infoblatt der Wählergruppe „Bürger für Bürger“. Die hatte kürzlich darüber berichtet, dass für die sozialpädagogisch betreute Jugendarbeit der Stadt im Jahr mehr als 500 000 Euro ausgegeben werde. Laut BfB lasse sich die Stadt das Jugendzentrum mit täglich etwa 35 Besuchern jährlich rund 300 000 Euro kosten. Die Jugendwerkstatt für 20 Jugendliche bezuschusse die Stadt mit 165 000 Euro. Hinzu würden etliche weitere zehntausende Euro für die Straßensozialarbeit und für Jugendtreffs kommen. Insgesamt würden mit dieser sozialpädagogisch betreuten Jugendarbeit jedoch nur wenige Dutzend Jugendliche erreicht.
Gutes Verhältnis zur Stadt
Die Vereine betonen in ihrem Schreiben ausdrücklich das gute Miteinander von Rat und Verwaltung mit den Sportvereinen. Gleichwohl erscheint den fünf Sportvereine angesichts der veröffentlichten Zahlen „offensichtlich“, dass „die umfangreiche Jugendarbeit der Vereine im Verhältnis zur Jugendsozialarbeit der Stadt nur unzureichend unterstützt wird“.
Die Vereine argumentieren, dass sie jede Woche rund 2600 Kinder und Jugendliche betreuen und einen erheblichen Teil der Jugendarbeit mit einem enormen finanziellen und nicht bezahlbaren ehrenamtlichen Aufwand an Zeit leisteten. Der von der Stadt dafür gezahlte jährliche Zuschuss von neun Euro für jeden Jugendlichen sei zwar eine Anerkennung, stelle jedoch „nur einen symbolischen Betrag“ dar. Im Jahr kämen dadurch gerade mal rund 23 000 Euro zusammen. „Es ist nicht unser Anliegen, die gute Arbeit der Stadt im Bereich der Jugendarbeit in Frage zu stellen“, betonen die Unterzeichner. Ihnen gehe es um eine „gerechtere Verteilung der Mittel.“
Bürgermeister Gerhard Böhling zollt der Jugendarbeit in den Vereinen allergrößten Respekt und will auch die von BfB genannten Zahlen nicht anzweifeln. Zurzeit werde im nur über ein Konzept mit einer Ideallösung diskutiert, beschlossen sei noch nichts.
„Rechnung unvollständig“
„Die Rechnung, die die Vereine aufstellen, ist auch unvollständig“, erklärte Böhling auf Nachfrage derNWZ
. Die Stadt unterhalte mehrere Sportplätze sowie Turn- und Sporthallen, die die Vereine kostenfrei nutzen könnten. Auch das müsse man bei der Förderung berücksichtigen. Böhling kündigte an, in der Angelegenheit den Dialog mit den Vereinen zu suchen.Ratsherr Mike Schauderna (Die Linke) kritisiert unterdessen, dass sich die Schortenser Sportvereine von Janto Just vor den Karren spannen lassen. Just entfache eine Neid-Debatte, in der er versuche, die Vereine und das Jugendzentrum gegeneinander auszuspielen.
