Harkebrügge - Trendige Musik erklingt an diesem Morgen laut in der Turnhalle neben der Grundschule „Junker Harke“ in Harkebrügge. 30 Schüler der dritten Klassen hüpfen und springen im Takt über neonfarbene Seile, bis die Wangen glühen und die Herzen wild schlagen.
„Skipping Hearts“ heißt hüpfende Herzen und ist der Titel eines Präventionsprojekts der Deutschen Herzstiftung Frankfurt, die nun für einen Vormittag zu Gast an der Grundschule war.
Unter dem Motto „Seilspringen macht Schule“ möchte der Verein Kinder dazu motivieren, sich mehr zu bewegen. Iris Hahn von der Deutschen Herzstiftung ist Workshop-Leiterin und zeigt den Harkebrügger Kindern aus der Klasse drei gerade, wie sie auf verschiedene Weise zusammen mit einem Partner springen können. Doch das ist leichter gesagt als getan: Immer wieder bleibt das Seil an Füßen, Köpfen und Schultern hängen. Nach ein wenig Übung klappt es aber immer besser.
„Das Schöne am Seilspringen ist, dass die Kinder in relativ kurzer Zeit Erfolgserlebnisse haben. Wenn sie einmal gemerkt haben, dass es immer besser funktioniert, sind sie motiviert“, hat Lehrerin Anne Tönjes bei den Schülern beobachtet. Die Pädagogin hatte von dem Angebot der Herzstiftung gehört und gleich nachgefragt. „Ich hatte gar nicht mehr damit gerechnet, dass es klappt. Aber dann erhielt ich einen Anruf. Dann lief alles sehr schnell und problemlos“, berichtet sie.
Laufen, Springen, Ballspielen – was eigentlich dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern entspricht – gehöre nicht mehr selbstverständlich zu deren Tagesablauf. „So spielen Kinder lieber am Computer oder schauen fern“, sagt Tönjes. Eine Folge: Die Schulkinder sind oft übergewichtig.
Das „Rope Skipping“, wie das sportliche Seilspringen genannt wird, ist eine gute Alternative. „Die Kinder bewegen sich, ohne sich binden zu müssen“, hebt auch Hahn hervor. Am Ende präsentieren die Schüler die gelernten Springtechniken mit Namen wie „Side Straddle“, „Jogging Step“ oder „Criss Cross“ vor allen Schülern, Lehrern und Eltern. Besonders bei der Vorführung am langen Seil, bei dem ganze Teams Arm in Arm geschickt durch das schwingende Seil rennen müssen, ohne es zum Stoppen zu bringen, brechen kaum zu bändigende Begeisterungsstürme aus. Zum Schluss dürfen sich alle im „Rope Skipping“ ausprobieren.
