Ocholt - Eigentlich wollte der Schwerbehinderte Ludger Kreutzmann am vergangenen Sonntagnachmittag ganz in Ruhe zum Agravis-Cup in Oldenburg: „Meine Enkelin Louisa wollte mit mir dahin“, sagt der 71-Jährige.

Doch dann wurde aus dem netten Ausflug ein Ärgernis, denn er musste beim Eintritt den vollen Preis zahlen: „Auf dem Flyer steht, dass Schwerbehinderte nur fünf Euro zahlen“, erzählt der Ocholter. Doch an der Kasse habe man darauf bestanden, dass dies erst ab 60 Prozent Behinderung gelte – er habe „nur“ 50 Prozent.

„Aber auf dem Flyer steht nur ,Schwerbehinderte‘“, betont Kreutzmann. So habe er schließlich 20 anstatt fünf Euro Eintritt für sein Ticket gezahlt. Auf dem Gelände suchte er nach einem Verantwortlichen. „Ich habe ihm gesagt, dass es mir nicht ums Geld geht, sondern darum, dass das so nicht auf dem Flyer stand“, erzählt er von dem Gespräch im Büro. Doch der Mann habe ihm nur gesagt, dass da nichts zu machen sei, er ruhig bleiben solle und habe ihn ohne Gruß stehen gelassen, erinnert sich Kreutzmann. „Ich gehe seit 15 Jahren zu den Oldenburger Pferdetagen“, meint er. „Beim Agravis-Cup war ich das erste und letzte Mal – es sei denn, man schenkt mir vielleicht eine Eintrittskarte.“

Und was sagt der Veranstalter? „Es stimmt, dass auf dem Flyer steht, dass Schwerbehinderte nur fünf Euro Eintritt zahlen“, sagt Niklas Droste, Prokurist der Firma Escon-Marketing GmbH mit Sitz in Emstek, auf Nachfrage der NWZ . Der Flyer sei eine komprimierte Zusammenfassung der Daten und der Zusatz sei wohl vergessen worden. „Ich habe vollstes Verständnis für die Verärgerung“, sagt Droste. Nun wolle er ein Präsent oder eine Entschädigung an Kreutzmann schicken und sich bei ihm entschuldigen: „Ich bin verantwortlich dafür und sehe mich in der Pflicht.“

Und vielleicht besucht der Ocholter den Cup im nächsten Jahr dann doch wieder.