Oldenburg/Lorient - Rund 20 Stunden nach dem Sieger hat der aus Oldenburg stammende Segler Boris Herrmann am Sonntagmittag den französischen Zielort Lorient erreicht und die Transatlantik-Regatta „Retour à La Base“ auf dem vierten Platz abgeschlossen. Das Rennen war am 30. November auf der Karibikinsel Martinique gestartet worden.

Bereits am Samstagnachmittag war der Franzose Yoann Richomme im Ziel angekommen und hatte sich so den Sieg gesichert. Er benötigte neun Tage und drei Minuten für die Strecke über den Atlantik. Auf direktem Wege wären dies 3500 Seemeilen (ca. 6480 Kilometer) gewesen. Strömungen und die Suche nach guten Winden machten daraus für Richomme aber 4256 Seemeilen (ca. 7880 km).

Liegt auf dem vierten Platz: Boris Herrmann

TRANSATLANTIK-REGATTA So geht Boris Herrmann ins Regatta-Finale

Hauke Richters
Oldenburg

Er ist der erste Sieger des neu eingeführten Wettbewerbs „Retour à La Base“. Die meisten der 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten zuvor an der Transat Jacques Vabre teilgenommen. Diese Regatta für Zweierteams führte im November von Le Havre (Frankreich) nach Martinique. Nach einigen Tagen am Zielort machten sich dann viele im Rahmen der Regatta auf den Rückweg nach Frankreich – dieses Mal allein. Die Plätze zwei und drei hinter Richomme belegten der Franzose Jérémie Beyou und der Brite Sam Goodchild.

Auch Herrmann wich mit seiner „Malizia – Seaexplorer“ wie alle anderen von der direkten Linie ab und legte nach Lorient 4490 Seemeilen (ca. 8315 km) zurück. Er verpasste zwar das Podium, zog aber dennoch eine positive Bilanz. „Mein Boot ist super. Dieses Boot kann auch die Vendée Globe gewinnen“, sagte der 42-Jährige mit Blick auf die Weltumseglungs-Regatta, die im November 2024 startet.

Eine Serie technischer Probleme hatte den fünfmaligen Weltumsegler in der Nacht vom 5. auf den 6. November zurückgeworfen. Nach intensiven Reparaturleistungen auf See kämpfte er sich dennoch ins Ziel. Dabei musste Herrmann mehrere Tage per Hand Wasser aus dem Boot schöpfen, das über defekte Ablaufventile ins Cockpit eindrang. Herrmann beeindruckte in der Schlussphase des Rennens aber nochmals mit hohen Geschwindigkeiten jenseits von 25 Knoten. Kurz nach dem Kreuzen der Ziellinie zollte dann sein Großsegel den Belastungen Tribut und zerriss spektakulär.

Liest am 13. Dezember im Oldenburgischen Staatstheater: Boris Herrmann

LESUNG AM 13. DEZEMBER IM STAATSTHEATER Weltumsegler Herrmann liest in seiner Heimat Oldenburg

Hauke Richters
Oldenburg

Für den gebürtigen Oldenburger war es das letzte Rennen in diesem Jahr. Der erste Start im neuen Jahr ist für den 28. April vorgesehen, wenn eine Regatta von Lorient nach New York gestartet wird. Dass Herrmann am Sonntag in Frankreich ankam, war mit Blick auf seine weiteren Termine durchaus nötig. An diesem Mittwoch (19.30 Uhr/ausverkauft) kommt er zu einer Lesung ins Oldenburgische Staatstheater und berichtet dabei von seiner Teilnahme am Ocean Race in der ersten Hälfte dieses Jahres.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)