Horumersiel - Rasmus, der Gott des Windes, war den Regattaseglern auf der Nordseewoche vor Helgoland nicht immer wohl gesonnen. Auf der Hinregatta aus der Jade blies er direkt von vorn: Die Yachten mussten lange Kreuzschläge absolvieren. Während der Hauptregatta am Pfingstsonntag „Rund Helgoland“ blieb der Wind zurückhaltend und stellte sich vorübergehend ganz ab. An der letzten Wendetonne „Düne Süd“ entschied sich schließlich das Rennen.

Schon vor dem Start prophezeite Wetterguru Meeno Schrader aus Kiel, dass es – entgegen des allgemeinen Wetterberichts – konstant über fünf Knoten Wind geben wird. Die Wettfahrt Rund Helgoland ist taktisch besonders anspruchsvoll. Durch niedrige Wassertemperaturen und die Sonne, die zunehmend intensiver schien, entwickelte sich eine ausgeprägte Thermik. Am Nachmittag ließ, wie vorhergesagt, der Wind nach, als der größte Teil des Feldes die „Düne Süd“ runden wollte. Auf den letzten Meilen wurde durch eine Flautenzone das Feld geteilt. Einige der 87 gestarteten Boote kamen noch ins Ziel, die anderen ankerten oder trieben zurück – und manche gaben nach Stunden Nerven zerrenden Wartens resigniert auf.

„Heute war Strom- und Windtaktik wichtiger als Bootsgeschwindigkeit“, sagte Wettfahrtleiter Stefan Lehnert. Die Yachten von der Jade platzierten sich im Mittelfeld. „Ree“ von Bernhard Ihnken (SKHS) musste sich in einer stark besetzten Klasse mit dem 9. Platz zufrieden geben. Jörg Schleebaum steuerte seine neue Yacht „Westergast“ (SKHS) erstmals um Felsen und Düne und landete auf Platz sieben. „Magister Wigbold“ (Nils Hicken, SKHS) wurde Achter und „Circus maximus“ (Tanno Kruse, SKHS) belegte Platz 11 unter 15 Booten. Die „Nix mit X“ (Martina Morgenstern, Wilhelmshaven) wurde neunte in ihrer Klasse. Im Familiy-Cruiser-Cup fuhr „Waltzing Matilda“ (Frank Häger, WSV Hooksiel) auf Platz 11.

Die von der Segelkameradschaft Horumersiel ausgerichtete Zubringerregatta war am Samstagmorgen mit neun Booten von Hooksiel aus gestartet. Hier siegten „Waltzing Matilda“ und „Westergast“.

Die Schleebaum-Crew gewann auch den Helgoland-Wimpel für die schnellste Anreise in 6:09:04 Stunden, dicht gefolgt von „Circus maximus“. „Ree“ hatte den Zubringer ab Cuxhaven gesegelt und belegte einen guten 4. Platz in ihrer Klasse. Auf der Montag gestarteten Langstrecke nach Edinburgh (Schottland) erwartet die Crews auf der Nordsee ein Sturmtief mit Böen der Stärke 8 bis Stärke 9 und sehr kalten Bedingungen. Hiesige Yachten sind erstmals nicht darunter.