Neuenburg/Bockhorn - Seit 70 Jahren wird in der Friesischen Wehde Handball gespielt – eine Erfolgsgeschichte, auf die die Sportler jetzt zurückblicken. Wenige Monate nach dem Kriegsende trafen sich am 7. September 1945 drei handballbegeisterte junge Männer aus Neuenburg und gründeten unter dem Namen „Handballabteilung Friesische Wehde“ einen Verein.

Helmut Schaarschmidt, Werner Otten und Werner Wenninga fanden den Mut, dieses schwierige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wenn man heute zurückblickt, unter welchen Umständen die Gründung stattfand, ist das kaum fassbar. Ein Sportplatz aus früheren Zeiten war zwar 1945 in Neuenburg noch vorhanden, aber im Krieg wurde er als Lagerplatz für Baumaterial genutzt. Die Tore waren wahrscheinlich als Brennholz in den Kriegswirren verwertet worden. Auf der noch freien Fläche des Sportplatzes standen zwei große Baracken aus dem Krieg, in denen Heimatvertriebene ein erstes Zuhause gefunden hatten. An Sportschuhe, Trikots oder einen Ball war in dieser Zeit überhaupt nicht zu denken. Dennoch boxten sich die drei Handballbegeisterten durch und gewannen schnell weitere Mitspieler. Schon 1946 gab es die ersten Erfolge für die Handballer.

Eine Frauen-, zwei Männer- und drei Jugendmannschaften konnten den Spielbetrieb unter großen Schwierigkeiten aufnehmen. Da in Neuenburg nach wie vor keine Spielfläche zur Verfügung stand, spielte man in Varel, Westerstede, Jever, Wittmund, Abbehausen und Spetzerfehn. Der zwischenzeitlich in Neuenburg geräumte Sportplatz war in einem jämmerlichen Zustand und nicht bespielbar. Finanzelle Mittel für eine Wiederherstellung waren mehr als knapp. Dennoch gelang es den Handballern dank Unterstützer und freiwilliger Helfer, den Sportplatz bis Ostern 1949 wieder herzustellen. Mit dem 1. Osterturnier 1949 wurde der Sportplatz, bekannt als „Urwaldkampfbahn“, eingeweiht. Aus dem Osterturnier ist zwei Jahre später das heute überregional bekannte Pfingstturnier geworden.

Im Juli 1993 wurde zwischen den beiden Vereinen BV Bockhorn und dem SSV Neuenburg eine Spielgemeinschaft unter dem Namen „HSG Neuenburg/Bockhorn“ gegründet. Sportlich waren die Mannschaften gerade im letzten Jahrzehnt sehr erfolgreich. Immer verbunden mit dem Neuenburger Handball wird das „Handballdenkmal“ Hermann Schweers sein. Über 50 Jahre prägte er die Führung und Entwicklung des Vereins. Aber auch der Mitgründer des Vereins Werner Wenninga (91 Jahre) nimmt noch mit großem Interesse an der Entwicklung seines Vereins teil.