Werdum/Friesland - Der Kampf um die letzten freien Plätze in den Qualifikationswerfen zur Europameisterschaft 2024 in Neuharlingersiel ist entbrannt. Beim ersten Seiteneinsteigerwerfen im ostfriesischen Werdum hatten die Boßlerinnen und Boßler aus Friesland am Wochenende mit den vorderen Rängen allerdings nichts zu tun. Dennoch liegen einige friesländische Frauen noch aussichtsreich im Rennen. Andere müssen sich beim zweiten Werfen mit der Eisenkugel am kommenden Samstag, 8. Juli, ab 11 Uhr an gleicher Stelle noch deutlich steigern.
76 Teilnehmende
Die jeweils besten 15 Männer und Frauen lösen am Ende ein Ticket für die Qualifikationsrunde zur EM. 37 Frauen und 39 Männer hatten am Wochenende bei teils starkem Wind geworfen. Die Leistungsunterschiede waren zum Teil sehr groß. Bei den Frauen waren es von Rang eins bis nach unten mehr als 450 Meter Unterschied nach zehn Würfen und bei den Männern mehr als 650 Meter.
Neben Neulingen waren in Werdum auch erfahrene Kräfte am Start. Zum Sprung auf den begehrten Platz 15 sind es dahinter nur wenige Meter, die von einigen Aktiven noch aufgeholt werden müssen. Vom letzten Kaderplatz bis zum Rang 24 beträgt der Unterschied bei den Frauen nur 70 Meter. Bei den Männern beträgt die Spanne bei diesen Plätzen 79 Meter. Die Topweite von der FKV-Meisterschaft in den weiblichen Klassen (1527 m) wurde nicht erreicht. Das wurde bei den Männern (1803 m) getoppt.
In der Frauen-Klasse führt Monja Tjardes aus Spekendorf das Feld mit 1337 Metern nach zehn Wurf an. Auf Rang zwei folgt Antje Ubben (Stedesdorf/ 1313 m), auf Rang drei Imke Hiljegerdes (Halsbek/1278 m).
Hoffnung bleibt
Deike Kuhlmann (Grünenkamp/1206 m) ist Zehnte, Lilli Röben (Schweinebrück/1188 m) Zwölfte – und beide sind damit vor dem zweiten Durchgang in den Qualifikationsrängen. Mareike Runge (Schweinebrück/1167 m) liegt aktuell nur einen Meter hinter dem wichtigen 15. Platz. Ab Rang 22 folgen Sandra Ley (Grünenkamp/1106 m), Sarah Popken (Steinhausen/1097 m) und Lale Ayana Bause (Büppel/1095 m). Bei Kirsten Hemme (Spohle/963 m/34. Platz) lief es diesmal gar nicht rund.
Bei den Männern führt ein leistungsstarkes Trio das Klassement nach dem ersten Seiteneinsteigerwerfen an. Es gewann Tim Carstens (Neuwesteel/1855 m). Zweiter wurde Marian Jahnke (Westeraccum/ 1837 m), Dritter Mirco Guderle (Ardorf/1835 m). Der Männer-II-Werfer Reiner Hiljegerdes (Halsbek/1614 m) hat sich mit dem siebten Platz eine gute Ausgangsposition verschafft. Auch Matthias Harms (Neustadtgödens/1540 m) hat sich auf Rang 14 eine gute Ausgangsposition verschafft.
Hinten an stehen unterdessen bislang die Friesländer Markus Heyne (1471 m/21. Platz), Joke Lübben (beide Ruttel/1429 m/27.) und Daniel Block (Schweinebrück/ 1358 m/33.). Für den Teilnehmer der letzten EM, Jan-Ole Emken (Dietrichsfeld/1406 m/28.), sieht es ebenfalls diesmal nicht gut aus.
Italiener trainieren
Bemerkenswert: Mitglieder des italienischen Boßelverbands Associazione Bocetta Italiana su strada (ABIS) inspizierten die Strecke und nutzten den Besuch zudem zu mehreren Trainingseinheiten. Unterstützt wurden sie vom Großheider Ralf Look. „Das sind im kommenden Jahr keine Mitläufer“, sagte Look: „Die haben im Team Aktive, die angreifen wollen. Sonst hätten sie die Tour nicht zum Spionieren auf sich genommen. Das ist jetzt die junge zweite Garde, die sich gut einbringt.“
