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Selbsthilfe Schlaganfall kann jeden treffen

Wolfgang Loest

FRAGE:

Frau Hofemann, Sie haben die Feier der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Ganderkesee anlässlich des sechsjährigen Bestehens besucht. Sind solche Gruppen für die Betroffenen hilfreich?

HOFEMANN

: Ja, sehr sogar. Es ist wichtig, mit Menschen zu sprechen, mit denen man das Schicksal teilt. Denn mit einem Schlaganfall kann man schnell zum Außenseiter werden. Die Gruppe hilft, sich nicht allein zu fühlen.

FRAGE:

Kann diese Krankheit jeden treffen?

HOFEMANN

: Leider ja. Die Verstopfung oder Schädigung von Blutgefäßen im Gehirn kann jeden jederzeit treffen – und zwar wie ein Schlag.

FRAGE:

Kündigt sich die Erkrankung an?

HOFEMANN

: Es gibt Indizien, beispielsweise kurzzeitige Bewusstseins-, Seh- oder Sprachstörungen. Sie können, müssen aber nicht zwingend auf einen Schlaganfall hindeuten. Auf jeden Fall ist es empfehlenswert, den Notarzt lieber einmal zu viel als zu wenig zu rufen.

FRAGE:

Beim Schlaganfall ist also schnelle medizinische Hilfe besonders wichtig?

HOFEMANN

: Um bleibende Schäden zu vermeiden, zählt jede Minute.

FRAGE:

Über welchen Zeitraum machen Therapien Sinn?

HOFEMANN

: Nach Krankenhausaufenthalt und Reha folgt in der Regel Physiotherapie. Es heißt allgemein, dass die Patienten nach fünf Jahren austherapiert sind. Nach meinen Erfahrungen sind aber auch danach noch Therapie-Erfolge möglich. Dabei kommt es ganz maßgeblich auf die Konstellation und die Motivation der verschiedenen Patienten an.

FRAGE:

Kann man sich vor Schlaganfällen schützen?

HOFEMANN

: Eine ausgewogene Ernährung ist ganz sicher wichtig, außerdem Bewegung. Rauchen, Diabetes und Übergewicht sind bekannte Risikofaktoren. Aber auch dünne vegetarische Nichtraucher, die viel Sport treiben, kann der Schlag treffen.

FRAGE:

Gibt es altersmäßig eine besondere Risikogruppe?

HOFEMANN

: Nein, der Schlaganfall bedroht beileibe nicht nur ältere Menschen. Etwa 15 Prozent der Betroffenen sind jünger als 45 Jahre.

FRAGE:

Wie häufig kommt denn der Schlaganfall vor?

HOFEMANN

: In Deutschland ist das die dritthäufigste Todesursache.

Seit sechs Jahren

besteht die Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten. Zu einer kleinen Feier anlässlich des Geburtstages traf sich die Gruppe, die von der Gründerin Marion Allstedt geleitet wird, jetzt in ihrem Therapieraum im Wohnpark am Fuchsberg.

Eine kleine Spende

übergab Gabi Hofemann, Physiotherapeutin aus Bookholzberg. Das Geld hatte der Serviceclub „Ladies Circle“ am Tag des Schlaganfalls gesammelt. Auch Doris Josquin, Vorsitzende der Arbeitskreises der Selbsthilfe- und Initiativgruppen (A.S.G.) der Gemeinde Ganderkesee, gehörte zu den Gratulanten.

Bei Kaffee

und Kuchen tauschten sich Patienten und Angehörige, die alle zwei Wochen zusammenkommen, aus. „Es ist wichtig, dass die Patienten aus ihrer Isolation herauskommen und Gemeinschaft erleben“, sagte Horst Müller, einer der Angehörigen.

Bei den Sitzungen

wird zu Beginn im Regelfall gemeinsam Gymnastik gemacht, um anschließend im großen Gesprächskreis über verschiedene Erfahrungen zu sprechen. „Das Selbstwertgefühl wird gestärkt, die Patienten fühlen sich durch die Treffen nicht mehr so allein“, meint Horst Müller.
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