Sedelsberg - Deutsche Schlager ertönen aus dem Lautsprechern in der Sporthalle in Sedelsberg. Noch stehen die Teilnehmer recht still im Kreis. Dann gibt Übungsleiterin Erika Lühring erste Anweisungen: „Die Knie hoch und laufen, laufen, laufen.“ Schon beginnen die älteren Herrschaften auf der Stelle zu laufen. Das Aufwärmungsprogramm hat begonnen und so mancher kommt dabei schon einmal ins Schwitzen.
Alles andere als langweilig geht es in der „Sechzig Plus“-Gruppe des Sport- und Turnvereins Sedelsberg (STV) zu. Mit „strammen Übungen“, wie Erika Lühring sagt, werden hier Muskeln und Gelenke mobilisiert und gestärkt sowie Verspannungen beseitigt.
Nach der Aufwärmphase geht es mit dem „Physio-Band“ weiter – eine Art Gummiband, mit denen die Teilnehmer verschiedene Übungen ausführen müssen. Mitten unter ihnen befinden sich auch Anni und Helmut Focken aus Sedelsberg. Sie gehören mit ihren 77 und 78 Jahren zu den Ältesten der Truppe. Seit der Gründung der Gruppe vor elf Jahren sind sie schon dabei. „Wir mussten sehr lange darauf warten, um einen Platz in der Halle zu bekommen“, erinnert sich Anni Focken. Umso glücklicher war man dann, als es klappte. Nun trainieren die elf Teilnehmer, darunter fünf Paare, jeden Mittwochnachmittag in der Sporthalle. Dass das Training etwas bringt, darüber sind sich alle einig. So auch die Fockens.
„Ich hatte früher Rückenprobleme“, sagt Anni Focken. „Durch das Training sind sie nicht mehr so schlimm. Bewegung tut immer gut. Ich muss nicht mehr so oft zum Orthopäden gehen.“ Da kann ihr Mann Helmut nur zustimmen. „Wichtig ist, dass man regelmäßig dabei ist“, fügt er hinzu. Beide seien außerdem viel gelenkiger geworden.
Auch einen positiven Nebeneffekt gebe es. „Es ist eine schöne Runde. Die Geselligkeit spielt eine große Rolle“, sagt Anni Focken. So wird zu Beginn des Kurses schon einmal der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht. Dabei wird selbstverständlich im Kreis gelaufen. Ganz nach dem Motto von Helmut Focken: „Wenn man nichts macht, wird man steif“.
Und „nichts machen“ gibt es bei der „Sechzig Plus“-Gruppe nicht.
Nach dem Training mit dem Gummiband werden die Matten ausgerollt. Erika Lühring beginnt mit den Rückenschul- und Gleichgewichtsübungen. Auch wenn nun aus den Lautsprechern asiatische Entspannungsmusik zu hören ist, sehen die Übungen nicht sehr entspannend aus. So mancher Teilnehmer kapituliert zwischendurch vor der Gelenkigkeit der 70-jährigen Übungsleiterin. „Was ich nicht kann, das lass ich einfach“, rät da Anni Focken und lacht.
Zum Abschluss ist dann aber doch noch Entspannung angesagt und die Gruppe darf einmal tief durchatmen und sich auf den Rücken legen.
