Oberstdorf - Trotz Stromausfall-Chaos hat Severin Freund die Hoffnung auf einen deutschen Heimsieg in Oberstdorf geschürt: Der Skispringer überzeugte zum Auftakt der 64. Vierschanzentournee als Zweitbester einer Qualifikation, die von Technik-Problemen wortwörtlich überschattet wurde. Vor dem Niederbayern lag nur Sloweniens Star Peter Prevc, der als Favorit in den Wettkampf an diesem Dienstag (17.15 Uhr/ARD und Eurosport) geht.

„Das war ein schöner Einstand, es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. Es ist schon etwas Besonderes, wenn die Zuschauer so lange aushalten“, sagte der 27-jährige Freund. Vor 13 500 Fans, die damit für einen Qualifikations-Rekord sorgten, sprang Freund 134,5 Meter und kam auf 153,0 Punkte. Vor ihm lag nur Gesamtweltcup-Spitzenreiter Prevc, der mit 136,5 Metern erneut allen davon flog.

Licht und Schatten gab es bei den weiteren deutschen Hoffnungsträgern. Der ebenfalls für den Wettkampf gesetzte Richard Freitag (Aue) bot mit 128,0 Metern und Platz 14 eine mäßige Leistung. „Der Stromausfall hat mich schon ein wenig angekratzt“, sagte Freitag.

Der Blackout hatte zwei Stunden vor Quali-Beginn fast ganz Oberstdorf lahmgelegt. Das Training musste unterbrochen werden, da rund um die Schattenbergschanze nichts mehr ging: Das Flutlicht funktionierte ebenso wenig wie Sprecheranlage und Springerlift, im Presseraum hockten Journalisten bei Kerzenlicht, die Fans schunkelten in der Dämmerung.

Gegen 16.30 Uhr jedoch gingen nach und nach wieder die Lichter an – zunächst wurde die Stromversorgung des örtlichen Krankenhauses wiederhergestellt, danach der Rest der Stadt wieder versorgt. Um 16.51 Uhr meldete sich auch die Flutlichtanlage zurück, nach einem Trainingssprung ging es mit leichter Verzögerung in die Quali.

Eine gute Vorstellung bot Andreas Wellinger, der mit 131,5 Metern auf Rang zehn landete. Auch Andreas Wank, Stephan Leyhe, Michael Neumayer, Karl Geiger, Marinus Kraus, Markus Eisenbichler und Pius Paschke sind im Wettkampf dabei. Nur David Siegel, Paul Winter und Tim Fuchs schieden aus.