Friesland - Der fünfte Spieltag der 1. Fußball-Kreisklasse wurde überschattet von den Vorkommnissen auf dem Kunstrasenplatz an der Jahnstraße. Dort brach der Schiedsrichter die Partie zwischen dem FSV Jever und dem VfL Wilhelmshaven II nach gut 65 Minuten beim Stand von 1:0 für die Platzherren ab, weil er sich von einem Wilhelmshavener Spieler bedroht fühlte.

Was war passiert? Schon vor der Pause hatten sich die Jadestädter laut Augen- und Ohrenzeugen immer wieder zum Lamentieren und Meckern hinreißen lassen. Weil er einen Gegenspieler beleidigt haben soll, sah ein Wilhelmshavener Akteur bereits Mitte der ersten Halbzeit glatt Rot. Nach der Pause brachte Oliver Jackson die Jeveraner mit 1:0 in Führung (64.). Dann eskalierte die Situation, weil die Gäste zuvor ein Foul gesehen haben wollten.

Ein VfL-Spieler sah Gelb, meckerte und bekam daraufhin Gelb-Rot gezeigt. „Der Schiedsrichter hatte bereits vorher darauf hingewiesen, dass er die Partie notfalls abbrechen werde, wenn sich die Gemüter der Gäste nicht beruhigen“, berichtet FSV-Trainer Frank Weyerts. Als der VfL-Spieler nach der Hinausstellung im Pulk mit zwei, drei Mitspielern – zwar ohne handgreiflich zu werden – aber energisch auf den jungen Unparteiischen zuging, brach dieser die Partie ab.

Danach kam es zu hektischen Szenen auf dem Platz. Mit Hilfe zweier Vorstandsmitglieder des FSV, die sich schnell zwei Ordner-Westen übergestreift hatten, wurde der Schiedsrichter geschützt, in die Kabine und später zum Auto begleitet. „Die Schuld lag ganz klar bei den VfLern. Es wäre eine Farce, wenn das Spiel nicht für uns gewertet werden würde“, betont Weyerts. „Außerdem muss ich meiner Mannschaft ein großes Lob zollen. Es war vorbildlich und fair, wie sie sich bei diesem ganzen Tumult verhalten hat.“

Derweil wurde auf anderen Sportplätzen Fußball gespielt. Dabei erlebte der favorisierte TuS Sillenstede ein böses Erwachen bei der SG Dangastermoor/Obenstrohe und zog mit 1:2 (0:1) den Kürzeren. Bei stürmischen Windverhältnissen auf dem kleinen B-Platz in Langendamm gehörte bereits die Anfangsphase der Elf des SG-Trainerduos Jürgen Rädicker/Michael Lorenz. Nachdem sie bereits mehrere Chancen ausgelassen hatte, führte ein Foul an der Strafraumgrenze an Pascal Leisenberg zu einem Strafstoß, den Julian Lindenblatt sicher verwandelte (30.). Bitter für die Gäste: Kurz vor der Situation, die zum Foulelfmeter führte, hatte der Ball eindeutig die Außenlinie überschritten.

Bis zur Pause drängten die Gäste auf den Ausgleich. „Wir haben aber einfach keinen Zugriff auf die Partie bekommen, irgendwie fehlte immer der finale Pass“, ärgerte sich TuS-Coach Dieter Engel, der zudem in Ermanglung eines Ersatztorhüters Tim Kaetzler für den bei einem Zusammenprall verletzten Marcel Behrens (Hüftprellung) zwischen die Pfosten stellen musste.

Auch nach der Pause blieb die SG am Drücker, erhöhte durch einen Sonntagsschuss aus 25 Metern von Uli Lameyer auf 2:0 (64.) und hatte zudem bei einem Pfostenschuss der Gäste (74.) Glück. Nach einem umstrittenen Elfmeter, den Fabian Alonso zum Anschlusstreffer für Sillenstede verwandelte (83.), wurde es noch einmal hektisch.

Derweil sorgte der FC Zetel mit dem zweiten Sieg in Folge für ein Ausrufezeichen. Das Team von Trainer Gerd Kozlowski fügte Spitzenreiter STV Wilhelmshaven II beim 2:1 (1:1) im heimischen Eschstadion die erste Saisonniederlage zu. Für den Kreisliga-Absteiger hatte Steffen Strahlendorf (24.) den frühen Führungstreffer der Gäste ausgeglichen. Das Siegtor gelang Felix Krause (52.).

Nichts zu holen gab es indes für die SG Zetel/Neuenburg beim 3:6 (1:3) im Heimspiel gegen den SV Wilhelmshaven II, bei dem der vom SVW I frisch verpflichtete und in der Zweiten Spielpraxis sammelnde Robert Plichta gleich fünfmal traf (13., 19., 64., 90.+2, 90.+5). Für die Platzherren trafen Marcel Jürgens, der zwei Strafstöße verwandelte (21., 68.), und Niklas Hilbers (71.).