Varel - Das neue Drittliga-Abenteuer beginnt für die Handballer der SG VTB/Altjührden mit einer langen Auswärtsfahrt. So geben die Spieler von Trainer Andrzej Staszewski an diesem Sonnabend ihr Saisondebüt in der Nord-Staffel beim SC Magdeburg II. Anwurf in der Hermann-Gieseler-Halle ist um 18 Uhr.

„Das wird eine Fahrt ins Ungewisse“, sagt Staszewski, da er bislang nur wenig Informationen und Videomaterial vom fast komplett neu formierten Magdeburger Nachwuchsteam sichten konnte.

Die Marschroute für seine Mannschaft ist indes klar abgesteckt: Anders als in den vorherigen Spielzeiten, wollen die Vareler möglichst frühzeitig mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben.

Die Voraussetzungen dafür sind allerdings nicht gerade einfacher geworden. So musste der Etat vor dieser Saison erneut gekürzt werden – auch aufgrund der Auflösung der HSG Varel-Friesland und des damit verbundenen Wegfalls zweier Stammvereine sowie einiger Sponsoren. Zudem wird es immer schwieriger, hiesige Nachwuchstalente an das klassenhöchste friesische Handball-Team heranzuführen; auch weil es in dieser Saison keine Vareler A-Jugend mehr gibt.

Im SG-Team stehen den Abgängen der Torhüter André Seefeldt (bleibt der SG als Torwarttrainer erhalten) und Hendrik Legler sowie des Abwehrrecken Till Schinnerer und Shooters Malvin Patzack nur drei Zugänge gegenüber: Torwart Björn Bröckerhoff (22/OHV Aurich), Kreisläufer Fabian Hartwich (19/GWD Minden II) und der kosovarische Nationalspieler und Rechtshänder Etrit Xhafolli (19/Eintracht Hildesheim).

Da außerdem Rechtsaußen Gaddi Xhafolli bis Ende November ein Auslands-Praktikum in Luxemburg absolviert, stehen Staszewski aktuell gerade einmal 13 Spieler für eine lange, kräftezehrende Saison zur Verfügung. Schon allein deshalb hoffen die Vareler, in dieser Spielzeit vom Verletzungspech weitestgehend verschont zu bleiben.

„Wenn das gelingt und wir zu Hause weiterhin so fantastisch von unseren Zuschauern unterstützt werden, dann ist der Klassenerhalt trotz vieler starker Gegner machbar“, erklärt Staszewski: „Auch wenn wir natürlich noch einige Baustellen in Abwehr und Angriff haben, gehen wir gut vorbereitet in die neue Saison.“

Die Mischung in der Mannschaft stimme, die neuen Spieler seien gut aufgenommen worden. Einer Führungsrolle kommt dabei vor allem den erfahrenen Helge Janßen, Marek Mikeci und Martins Libergs zu. Viertältester Spieler in der SG-Mannschaft ist mit gerade einmal 24 Jahren Oliver Staszewski. „Wir wollen mit vielen jungen Spielern den Grundstein für eine positive Zukunft legen“, erläutert Andrzej Staszewski.

In Magdeburg bekommt es die SG VTB/Altjührden an diesem Sonnabend mit der wohl jüngsten Mannschaft der Nord-Staffel zu tun. So bestehen die „SCM-Youngsters“ um den neuen Trainer und Jugendkoordinator Felix Eckert neben den „Routiniers“ Alexander Saul und André Czech (beide 20) zu weiten Teilen aus A-Jugendlichen. Die Vorbereitung verlief für die Sachsen-Anhaltiner holprig, weil sechs Spieler aus dem Drittliga-Kader komplett beim durch Olympia-Abstellungen und Verletzungen stark dezimierten Bundesligateam der Magdeburger mittrainiert haben .

„Natürlich sind die SCM-Talente körperlich noch nicht so weit, aber sie sind durch die bekannte Magdeburger Schule gegangen und handballerisch daher sehr gut ausgebildet“, warnt Staszewski davor, den Gegner zu unterschätzen. Zudem sind in Hartwich, Libergs und Jan Derk Janßen gleich drei Spieler angeschlagen.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)