Berne - Es herrscht eine entspannte Atmosphäre in der Halle. Leise ist im Hintergrund Musik zu hören, während vier junge Männer am Barren kraftraubende Handstände oder spektakuläre Abgänge üben. Nebenan auf dem Trampolin springt eine junge Turnerin dreimal in die Höhe, bevor sie unter Aufsicht der Vereinsvorsitzenden Annika Ulbrich sich an einen Salto wagt. Andere durchtrainierte Turnerinnen und Turner üben auf einem Bodenläufer Salti, wieder andere dehnen und kräftigen ihre Muskeln, bevor sie die Übungen angehen.
Alle sind entspannt
Nichts ist mehr von einer Turnvater-Jahn-Atmosphäre zu sehen, wenn die Aktiven der Showturngruppe des Stedinger TV Berne sich in ihren Übungsstunden auf ihre turnerischen Auftritte vorbereiten. Kein Drill, kein Kasernenton, alles sind entspannt. „Wir machen dies bewusst so“, erklärt Hannes Ibbeken, einer der Übungsleiter, die diese Einheiten betreuen. „Wenn einer Hilfe oder Tipps braucht, stehen wir gerne zur Verfügung“, ergänzt Ibbeken: „Hier kann jeder selbst bestimmen, was und wie intensiv er trainiert!“
Stimmt nur teilweise. Wenn es darum geht, die Choreographie zu verinnerlichen, mit der acht Turner am kommenden Sonnabend, 6. April (15.30 Uhr) beim Landesfinale „Rendezvous der Besten“ in der Oldenburger EWE-Arena ihren Verein vertreten wollen, bestimmen Konzentration und mahnende Worte das Geschehen. Die Chorographie wird verbessert, an der Haltung gefeilt, an der Feinabstimmung gearbeitet. Das Ziel der Gruppe ist klar: „Wir wollen uns für das Bundesfinale qualifizieren, das Pfingsten während des Deutschen Turnfestes in der Metropolregion Rhein-Neckar ausgetragen wird,“ stellt Hannes Ibbeken klar.
Schon 2012 hatte die Truppe des Stedinger TV einen Platz beim Bundesfinale erreicht, aus unterschiedlichen Gründen kam es aber nicht zum Start.
Jetzt soll mit der etwas verfeinerten Performance „Ein Tag am Bau“ das Ziel erreicht werden. Das ist möglich, weil eine Übung zwei Jahre lang vorgeführt werden darf. Auf sechs Minuten kürzten die Berner Athleten ihr Programm. Ein Programm, das sie selbst entwickelt haben. „Die Ideen kamen aus der Gruppe. Danach haben wir viel geredet und das Ganze gemeinschaftlich umgesetzt“, erläutert Hannes Ibbeken.
Feinabstimmung
Viel wurde geübt, bis die Abläufe stimmten. Dreimal pro Woche sind die Mitglieder der Showturngruppe des Stedinger TV in der Turnhalle zu finden. Dazu kommen weitere gesonderte Trainingseinheiten, denn nicht alle, die an der Show teilnehmen, sind auch immer während der regulären Trainingszeiten vor Ort. Diese Woche wird dies aber anders sein. Schließlich heißt es, die Feinabstimmung zu Musik und zwischen den Gruppenmitgliedern zu optimieren.
Und wieder geht es ab den Barren, wird geübt, wie Steine weitergereicht werden und am Bau gearbeitet wird. Konzentriert sind die Mitglieder der Gruppe bei der Sache, während wenige Meter daneben emsig in der Berner Halle üben, die nicht mit von der Partie sind, aber Lust daran haben, in einer entspannten Atmosphäre zu turnen – freiwillig und ohne Druck. So wie Sport in der Freizeit eigentlich sein sollte.
