Essen - Aller guten Dinge, so sagt der Volksmund, sind drei. Dies traf auf die Basketballer des BV Essen zu, die ihren dritten Meistertitel und zugleich Aufstieg (in die Bezirksliga) in Folge perfekt machten – und das vorzeitig.

Allerdings mussten die Schützlinge von Trainer Willi Hanert beim Hagener SV II noch eine letzte Feuerprobe bestehen, ehe mit 63:61 (16:16, 14:15, 19:19, 14:11) der 17. Sieg im 18. Punktspiel in trockenen Tüchern war. Denn der Gastgeber und Tabellenfünfte entwickelte mächtig Ehrgeiz, Essen die vorzeitige Meisterschaft zu verderben. Bis buchstäblich letzter Sekunde hing der Gegner wie eine Klette am Titelanwärter, führte kurz vor Schluss 55:50.

Trainer Hanert nahm eine Auszeit, die kurzfristig half, den Schlusskrimi aber nicht verhindern konnte. 22 Sekunden vor dem Ende hatte Hagen beim Stand von 60:60 Ballbesitz, fand den offenen Mann an der Dreierlinie, der dort unglücklich gefoult wurde. Drei Freiwürfe und damit die Entscheidung? Nur der letzte Freiwurf saß zum 61:60 für Hagen, und noch zwei Sekunden blieben.

Auszeit Essen – Trainer Hanert: „Da kann man kaum einen richtigen Spielzug aus dem Ärmel schütteln – aber es hat irgendwie geklappt“. Einwurf von der Seite, der Ball landete bei Christian Paczinski, dem per Dreier der „Buzzer-Beater“ zum 63:61-Endstand gelang, ehe er unter der Jubeltraube seiner Mitspieler verschwand.

Der Titelanwärter begann zwar gut, führte 5:0, wurde aber vom Gastgeber stets unter Druck gesetzt, so dass nach dem ersten Viertel mit einem 16:16 der Gleichstand hergestellt worden war. Im zweiten Viertel zeigten die Essener Basketballer eine eher desolate Vorstellung und hatten Glück, dass die „Hagener Huskies“ zur Pause nur 31:30 vorne lagen.

Nach der Halbzeit versuchten die Essener, sich noch einmal voll ins Spiel reinzuhängen und eine Führung für sich herauszuarbeiten. Aber das gelang nicht. Teils wurden einfache Korbleger verlegt, wurden Fastbreak-Angriffe nicht vernünftig ausgespielt und wurden teilweise dumme Frustfouls begangen. Auch die Scharfschützen hatten nicht ihren besten Tag erwischt, so dass Hagen vor dem Schlussviertel 50:49 führte, ehe das dramatische Finale begann.

Eine deutliche Steigerung wird auf jeden Fall notwendig sein, will Essen auf dem Weg zum Double das Pokalhalbfinale (13. Mai, 18 Uhr) beim TV Vörden bestehen.