SILLENS - Sechs gute Jahre lang war das eine einzigartige Attraktion im kleinen Butjadinger Wurtendorf Sillens: Boßeln unter Flutlicht und das mitten durch das Dorf auf dem Burwischweg. Sogar aus dem Ammerland, aus der Friesischen Wehde und Ostfriesland kamen Werfer zu dieser außergewöhnlichen Friesensport-Veranstaltung, erinnert sich der Sillenser Jan Dunkhase. „Fast die ganze Nacht wurde durchgeworfen.“
1992 stellte der Bürgerverein vorerst zum letzten Mal diese Veranstaltung auf die Beine – mangels Beteiligung und weil der Verein mit dieser großen Aufgabe auf Dauer überfordert war.
Jetzt, im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bürgerverein Sillens“, soll das Flutlichtboßeln noch einmal stattfinden: am Sonnabend, 2. Mai, von 18 Uhr bis etwa Mitternacht.
Weil man den Burwischweg hoch werfen und über die Wurt werfen muss und weil es eine scharfe Kurve gibt und weil die Kugel abwärts läuft und läuft, war beim Flutlichtboßeln in Sillens bisher keineswegs der stärkste Werfer im Vorteil. Es ging nicht um Kraft, sondern um Geschicklichkeit.
Auch bei der Neuauflage am 2. Mai gilt, so Mitinitiator Jörn Sieghold: „Auf dieser 250 Meter langen Strecke kann jeder gewinnen. Es kommt darauf an, mit wieviel Geschick die Kugel aus der Hand gelassen wird.“ Sieghold hatte die Initiative gemeinsam mit Hergen Willms (Burhaver Boßelwart) ergriffen. Beide sind stets beim Sillenser Plakettenboßeln dabei, das auch in diesem Jahr am 1. Mai im Wurtendorf stattfindet.
Eingeladen worden sind bereits Bürgervereine, Bürgermeister und die Klootschießer- und Boßelvereine aus dem Kreis I Butjadingen sowie der Boßelverein Augusthausen. Die Stadtkapelle Nordenham hat bereits zugesagt, mit drei Mannschaften dabei zu sein.
Der Bürgerverein Sillens würde sich sehr freuen, wenn viele weitere Teams an den Start gehen. Zugelassen sind gemischte Mannschaften mit jeweils drei Personen. Zu jedem Team muss mindestens eine weibliche Person gehören. „Wir wollen keine Männerwirtschaft“, sagen humorvoll die Organisatoren und der neue Bürgervereinsvorsitzende Wilfried Buchholz. Auch Teams von Jugendlichen seien gerne gesehen.
Jeder Werfer hat drei Wurf. Alle Werfer werden gleich bewertet. Geworfen wird mit Gummikugel (Durchmesser etwa 10,5 Zentimeter).
Beim Sillenser Flutlichtboßeln in früheren Jahren waren zahlreiche Glühbirnen und Leuchten an Bäumen und Masten angebracht worden und hatten dafür gesorgt, dass der Burwischweg taghell erleuchtet war. „Das war schon sehr rustikal“, erinnert sich Jan Dunkhase.
Auch am 2. Mai soll der Weg ganz hell sein, aber auf etwas modernere Art. Genauer ansehen will sich das der Klootschießer- und Boßelverein aus Burhafe (in der Nähe von Wittmund), denn dort sollen dauerhaft Strahler auf Masten installiert werden.
Für Jörn Sieghold bleibt die Sillenser Veranstaltung „wirklich einmalig auf der Welt“. Und weil „hier wirklich jeder gewinnen kann“, setzt er auf große Resonanz.
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