Oldenburg - Wer wissen möchte, wie die Zuschauer während der Fußball-Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Brasilien in den Stadien sitzen werden, sollte in die neue EWE-Arena kommen. Dort steht er bereits, der Stuhl „Copacabana B“, auf dem die Fußballfans erst in einem Jahr Platz nehmen dürfen.
Darauf ist Weser-Ems-Hallen-Geschäftsführer Jan-Axel Wartemann stolz, wie bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der neuen Halle zu spüren war. Zumal die Anschaffung exemplarisch für das steht, was die Hallen-Geschäftsführung in den vergangenen Jahren bewegt hat – ein enormer Verwaltungs- und Organisationsaufwand. Allein der Schriftwechsel für den von der ursprünglichen Planung abweichenden Kauf des Copacabana-B-Stuhls füllt zwei Aktenordner, ergänzte Prokurist Hendrik Upgang.
Mit der neuen Halle gelingt eine Punktlandung, ab 2014 hätten die alten Weser-Ems-Hallen nicht mehr genutzt werden dürfen, erläuterte Wartemann während einer Pressekonferenz weiter. Die Brandschutzbestimmungen hätten nicht mehr eingehalten werden können, die Baugenehmigung sei deshalb nachträglich auf 2014 befristet worden. Die laut Wartemann „einzigartige Erfolgsgeschichte“ begann im Jahr 2008, als sich eine Kommanditgesellschaft gründete, der das Weser-Ems-Hallen-Ensemble seitdem gehört. Unterstützung für die Neubau- und Sanierungspläne gab es von der Politik, den Gesellschaftern und von den Sponsoren (EWE, Jever-Brauerei, LzO, Cewe-Color, Öffentliche Versicherung). Das Projekt wurde in die Hände eines Totalunternehmers (Ed. Züblin AG) gelegt, bei dem die Fäden zusammenlaufen. „Wir liegen voll im Zeitplan mit unserem Projekt 2014“, freut sich Upgang. Ein vermeintlicher Bombenfund, vagabundierendes Grundwasser, von dem niemand weiß, wo es herkommt, und die beiden zurückliegenden harten und vor allem langen Winter hätten keinen zeitlichen Verzug gebracht. 1890 Schriftverkehre gibt es im Informationsmanagement, 88 von der ursprünglichen Planung abweichende Änderungen mussten bearbeitet werden, allein die Beschreibung der Hallenfunktion füllt 24 Aktenordner.
Doch der Aufwand hat sich gelohnt, meint Wartemann. Oldenburg und die Region verfügten nun über eine hochmoderne 6000 Zuschauer fassende Arena, die zunächst nicht (und das wird manche überraschen) als Spielstätte für die EWE Baskets gedacht war. Wartemann: „Die haben erst Anfang 2013 ihren Nutzungsvertrag unterschrieben.“
Die alte/kleine EWE-Arena soll zukünftig für Konzerte genutzt werden. Zurzeit sind Arbeiter damit beschäftigt, durch Einbauten für mehr als 100 000 Euro die schlechte Akustik zu verbessern. „Wir sind froh, Veranstaltern nun Hallen für 1500, 3000, 6000 oder 9000 Zuschauer anbieten zu können“, freut sich der Weser-Ems-Hallen-Geschäftsführer. Die neue EWE Arena sei zudem ein Ersatz für die Messehalle, deren Zusatztribünen bereits verkauft worden seien. Die neue Arena sei geeignet für Pferdesport-, Fußball-, Handball- oder Boxsportveranstaltungen.
Die Eröffnung der neuen Halle markiere zudem den Start für den zweiten Bauabschnitt, in dem die alte Messehalle saniert und die Ostpreußenhalle abgerissen wird. Dort entsteht noch in diesem Jahr ein neues Verwaltungszentrum, in das zudem die technischen Bereiche integriert werden. Im dritten Abschnitt werden die Parkplätze und Außenanlagen neu gestaltet, damit, so Wartemann, „die Besucher trockenen Fußes auf beleuchteten Wegen die Hallen erreichen können“.
