Horumersiel - Die 45. Horum-Regatta der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS) war erneut eine besondere sportliche Herausforderung – aber: „Diese Regatta ist in unserem Revier ein Muss, sie ist einfach Kult“, sagte Regattawart Tanno Kruse bei der Siegerehrung am Abend. Vorsitzender Weert Siuts dankte allen, die trotz widriger Witterung an den Start gegangen waren. Bedauerlicherweise kam es auch zu Schäden.

Schon in den Tagen vor der Traditionswettfahrt hatte es Sorgenfalten bei den Ausrichtern gegeben: Würde der Wind weiter auffrischen oder abflauen? Tagelang hatte ein kräftiger bis starker Nordwest geweht und für beträchtliche Wellenhöhen gesorgt. Am Samstagvormittag wehte der Wind immer noch mit 13,5 m/s (6 Beaufort). Deshalb hatte die Regattaleitung auf der Steuermannsbesprechung bekannt gemacht: „Es wird die Starkwindbahn gesegelt.“ Dieser Kurs führt nicht vor die Inseln auf freie See, sondern wendet querab Minsener Oog und wird zweimal gefahren.

Aber viele Skipper wollten sich und ihren Booten die Extrembelastungen nicht zumuten und verzichteten auf den Start. Nur 34 Yachten machten sich auf den Kurs. Bei strahlendem Sonnenschein und starkem Nordwestwind wurde die Wettfahrt kein reines Segelvergnügen. Die meisten Teilnehmer waren jedoch am Abend stolz, die Herausforderung gemeistert zu haben. „Besonders in der zweiten Runde hat uns der Seegang kräftig durchgeschüttelt“, sagte ein Skipper, denn bei ablaufendem Wasser – Wind gegen Strom – baute sich in der Außenjade eine raue See auf.

Für zwei Boote endete die Wettfahrt im Pech: Die „Waarschau“ vom Wilhelmshavener Segelclub (WSC) erlitt einen Ruderbruch. Sie wurde manövrierunfähig vom Seenotrettungsboot „Baltrum“ der DGzRS-Station Horumersiel in den Hafen geschleppt. Carsten Ihnken, der als Vormann den Einsatz bewerkstelligte: „Das war bei dem hohen Seegang nicht ganz einfach.“ Auf dem Jollenkreuzer „Wasserratte“ (SKHS) brach das Achterstag; Skipper Peter Burlager musste abbrechen.

Zur Siegerehrung galt der Dank des Vorsitzenden Weert Siuts allen Helfern, den Besatzungen der Start- und Sicherungsboote sowie den Unterstützern der Regatta.

„Ohne Kameradschaft und Teamgeist kann eine solche Veranstaltung nicht gelingen. Das Wetter können wir leider noch nicht machen“, meinte er. Gemeinsam mit Regattawart Tanno Kruse übergab er die Preise – jeder bekam ein ermunterndes Wort mit auf den Weg. Bahnschnellste Boote waren auf der großen Bahn „Black Maggy“, auf der mittleren Bahn „Alte Mellum“ und auf der kleinen Bahn „Rasmus“. Bei den Mehrrümpfern siegte „Dienstreise“. Den ewigen Wanderpreis gewann nach langer Pause die Segelkameradschaft Horumersiel.