Oldenburg - Ein Querpass des Kapitäns, ein einfaches wie wichtiges Tor, ein ungewöhnlicher Torjubel: Mit seinem Treffer zum 1:0 war Ibrahim Temin nicht nur der Wegbereiter für den 7:0 (2:0)-Heimsieg des VfB gegen den TSV Schilksee, sondern sorgte mit der anschließenden Feiereinlage der besonderen Art für einen weiteren Hingucker. Zusammen mit Kevin Samide und einigen weiteren Teamkollegen zeigte der Spaßvogel nach dem Führungstreffer ein paar „Burpees“, wie der Liegestützsprung heutzutage im Fitnessdeutsch genannt wird.

„Das war mit Kevin direkt vor dem Spiel so abgesprochen“, erklärt der 23-Jährige, der nach den normalen Einheiten unter der Regie von Chefcoach Dietmar Hirsch immer wieder mit Samide mit speziellem Krafttraining an der eigenen Konstitution arbeitet.

„Ich versuche, mich immer zu verbessern“, sagt Temin, der im Sommer 2015 von den aus der Landesliga abgestürzten Kickers aus Wahnbek zum VfB kam und eigentlich für das Bezirksliga-Team eingeplant war. Mit seinem intensiven Spiel und den großen Emotionen, die er wie wohl kein Zweiter im Team herauslässt, empfahl er sich jedoch rasch für die erste Mannschaft.

„Das war jetzt mein vierter Startelf-Einsatz in der Liga. Der Trainer hatte mir schon nach meiner Einwechslung in Rehden signalisiert, dass er mit mir zufrieden war“, verrät Temin mit Blick auf das 0:1 am Ostermontag, dem das bittere Pokal-Aus gegen Drochtersen (1:2) vorausgegangen war.

Auf die Doppel-Pleite gab der VfB nun gegen Schlusslicht Schilksee nicht nur die passende Antwort, sondern ließ auch in torreicher Art und Weise die Muskeln spielen. Dem Führungstreffer in der 14. Minute ließ Temin später das 3:0 folgen (53.). Zudem trafen Kifuta Kiala Makangu (31.), Samide (58.), Franko Uzelac (63.), Florian Stütz (83.) und Kapitän Thorsten Tönnies (87.).

„Wir haben unsere kleine Schwächephase schnell überwunden“, sagt Temin, der seine eigene ebenfalls nun hinter sich gelassen hat. Nach 15 Einsätzen bis zum Jahreswechsel in Liga und Pokal mit einem Treffer beim 4:2 im September gegen Lüneburg hatte der Mittelfeldspieler aufgrund der Winter-Zugänge und einer Roten Karte in der Bezirksliga (beim 1:2 in Rastede am 21. Februar) im neuen Jahr etwas den Anschluss verloren. Nun hat er sich aber zurück ins Team gekämpft.

„Ich hoffe, dass ich der Mannschaft noch viel helfen kann“, sagt der bissige Mittelfeldspieler und hofft, am kommenden Sonntag (15 Uhr, Marschwegstadion) mit dem Traditionsclub im Spitzenduell mit Verfolger VfL Wolfsburg II einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft und Aufstiegsrelegation zu machen: „Im Hinspiel haben wir es auch gepackt“, erinnert Temin, der beim 2:0-Erfolg gegen das junge „Wolfsrudel“ Anfang Oktober nicht zum Einsatz kam, aber jetzt auf einen Einsatz brennt: „Ich will mit dem VfB unbedingt in die 3. Liga und werde dafür alles geben, was in mir steckt.“ Ein paar „Burpees“ mehr können ganz sicher nicht schaden.