Eversten - Im Fußball wäre die Stadtverwaltung wegen Spielverzögerung verwarnungsgefährdet: Mehr als vier Monate sind vergangen, seit der Sportausschuss beschlossen hatte, zum geplanten Sportplatz Hogenkamp eine Gesprächsrunde unter Beteiligung von Politik, Anliegern, Grundschule, TuS Eversten, Stadtsportbund und Umweltverbänden einzuberufen. Allein: Passiert ist nichts. Jetzt gehen die Anwohner in die Offensive – sie haben in einem auch von der Grundschule Hogenkamp und dem Naturschutzbund unterzeichneten Schreiben die Ratsfraktionen gebeten, sich für die Umsetzung des Sportausschuss-Votums einzusetzen.
Auf NWZ-Anfrage begründete die Stadtverwaltung am Montag die Verzögerung so: „Wir haben die vergangenen Monate genutzt, um die Sportplatzanalyse zu erstellen. Wir laden jetzt zur Gesprächsrunde ein, möglichst noch vor der Sommerpause“, hieß es aus dem Sportamt. Die Sportplatzanalyse selber ist indes noch nicht fertig.
Das ist die Situation am Hogenkamp: Auf einer Hälfte des bisherigen Bolzplatzes an der Grundschule Hogenkamp wurde die Krippe Wieselweg erweitert. Auf der anderen Hälfte (2275 Quadratmeter) und auf einer benachbarten Grünfläche (3216 m²), die die Stadt zugekauft hat, sollte nach den Plänen der Verwaltung ein Fußball-Spielfeld entstehen, das Ligaspiele bis zur D-Jugend ermöglichen würde, um die stark beanspruchten Plätze des TuS Eversten an der Hundsmühler Höhe zu entlasten. 455 000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen. Nach Kritik in der Februar-Sitzung des Sportausschusses hatte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann deutlich gemacht, dass er nicht auf eine „große Lösung“ pocht. Diese Variante stehe „augenblicklich nicht mehr im Fokus der Planungen“, bestätigte die Verwaltung gegenüber der NWZ.
Der TuS Eversten betont in einer Stellungnahme, dass er sehr daran interessiert ist, den Platz weiter zu nutzen. Allerdings nur so wie es bis zum Bau der Kinderkrippe der Fall war: montags bis freitags in den Nachmittagsstunden für das Fußballtraining der jüngeren Jahrgänge. Der Punktspielbetrieb solle ausschließlich auf der Hundsmühler Höhe stattfinden, da der Verein nur dort die nötige personelle Infrastruktur vorhalten könne, teilte Vorstand Dr. Manfred Fornfeist mit. Den Flächenwunsch hat der Verein mit 60 mal 40 Metern beziffert, so die Verwaltung. Das liegt unter der vom DFB empfohlenen Richtgröße (70 x 50 Meter) für D-Jugend-Spiele.
Die Grundschule Hogenkamp bedauert es sehr, die zurzeit brachliegende Wiese neben der Schule nicht mit ihren Kindern nutzen zu können. Wann es wieder so weit sein wird, vermochte die Stadtverwaltung am Montag nicht zu sagen.
