[SPITZMARKE] - HAMBURG/DPA - Hans-Ludwig Grüschow steht vor dem Rückzug aus dem Vorsitz der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH). Alle Indizien deuten darauf hin, dass der 69-jährige Ex-Wirtschaftsmanager eine für morgen einberufene Krisensitzung des Vorstands nicht unbeschadet überstehen wird. Grüschow hatte eine Zahlung von 45 000 Euro an Wilfried Mohren, den inzwischen fristlos gekündigten Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) veranlasst. Gegen Mohren ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdachts. Sie hatte am Dienstag neben 15 anderen Objekten auch die Geschäftsstelle der Sporthilfe in Frankfurt am Main durchsucht.
„Es erhebt sich die Frage, ob unabhängig von persönlicher Schuld die Integrität der Sporthilfe geschützt werden muss“, sagte Vorstands-Mitglied Hans Wilhelm Gäb. Er gilt als moralisches Gewissen der Sporthilfe, die als Sozialwerk des deutschen Sports mit 320 Millionen Euro seit 1967 rund 35 000 Sportler gefördert hat.
Grüschow hatte Mohren als „Medienbotschafter“ honoriert und die 45000-Euro-Zahlung als internes Problem des Fernsehsenders bezeichnet. Darüber hinaus hat der Ex-Sportchef von der Techem AG für Dienstleistungen etwa 100 000 Euro erhalten. Grüschow war Vorsitzender des Vorstands (bis 1999) und des Aufsichtsrats (2003).
