[SPITZMARKE] - RIESENBECK/DPA - Das Hoffen und Bangen hat ein Ende. Der nachträgliche Gewinn der Bronzemedaille für den Springreiter Marco Kutscher ist jetzt offiziell. „Ich werde sie bei den deutschen Meisterschaften in Verden erhalten“, berichtet der 30-jährige Norder. „Die Euphorie ist natürlich nicht so stark wie sie in Athen gewesen wäre, aber gefreut habe ich mich schon, als es endlich klar war.“

Kutscher widerfährt späte Gerechtigkeit durch die nun rechtwirksame Doping-Disqualifikation des in Athen siegreichen Iren Cian O'Connor. Zum Olympiasieger aufgerückt ist Rodrigo Pessoa (Brasilien), Silber bekommt Chris Kappler aus den USA. Bei O'Connors Pferd Waterford Crystal waren Spuren von Beruhigungsmitteln nachgewiesen worden, die in der Humanmedizin bei schweren psychischen Erkrankungen eingesetzt werden. Nach Ablauf der Widerspruchsfrist ist die nachträgliche Disqualifikation durch den Welt-Reiterverband nun rechtskräftig. Der Fall O'Connor hatte für großes Aufsehen gesorgt, weil ein Teil der in Athen genommenen Probe auf dem Weg in ein Labor in Großbritannien gestohlen worden war.

Der durch den Dopingfall auf den dritten Platz vorgerückte Kutscher, der als Angestellter bei Ludger Beerbaum in Riesenbeck arbeitet, wird die Bronzemedaille nun am ersten Juli-Wochenende in Verden entgegennehmen. Kutscher droht jedoch – ebenso wie seinen drei Teamkameraden – weiterhin der Verlust des Mannschafts-Goldes. Das Verfahren gegen Ludger Beerbaum, bei dessen Olympia-Pferd Goldfever eine nicht angemeldete Medikation festgestellt worden war, ist noch nicht abgeschlossen.