[SPITZMARKE][SPITZMARKE] - BERLIN/DPA - Anni Friesinger hat das erste Saison-Duell gegen Claudia Pechstein für sich entschieden und den 1500-Meter-Weltrekord von Cindy Klassen mit einer Superzeit über 1000 m gekontert. Die 28-Jährige bestätigte gestern in 1:15,17 Minuten, die schnellste je in Europa gelaufene Zeit, bei den deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften in Berlin ihre Frühform und gewann ihren 13. Meistertitel. „Das war gut für mein Ego“, meinte die Inzellerin, die ihren Start wegen eines grippalen Infektes fast abgesagt hätte, zufrieden und lobte ihren neuen Anzug und die Kufen, die sie erstmals seit 2002 gewechselt hatte.

Claudia Pechstein hingegen hatte tags zuvor mit ihrem zehnten Sieg über 1500 Meter ihre Anwartschaft auf einen Platz im deutschen Trio für den olympischen Team-Wettbewerb unterstrichen. „Ich will beim Weltcup in Calgary im A-Team laufen. Wenn das jemand anders sieht, würde mich das überraschen“, sagte die 33-Jährige nach dem Sieg in 1:59,76 Minuten über Daniela Anschütz (Erfurt/2:00,88). Cheftrainer Helmut Kraus wollte sich hingegen noch nicht festlegen.

Für einen Paukenschlag hatte am Wochenende in Calgary der 1500-Meter-Weltrekord (1:53,77) der Kanadierin Cindy Klassen gesorgt. „Der war fällig. Jetzt werde ich alles daransetzen, ihn wieder zu unterbieten“, meinte Friesinger. „Überraschend ist nur der Zeitpunkt. Aber ich traue Cindy auf dieser Strecke alles zu“, meinte auch Pechstein.

Derweil holte sich die 26-jährige Berlinerin Jenny Wolf erstmals den Titel über 500 m (38,54 Sekunden) und ließ den vierten Sieg hintereinander über 100 m (10,65) folgen. Bei den Männer ragten die Titel 14 und 15 für Christian Breuer (Grefrath) und die Zeit von Sprinter Dino Gillarduzzi heraus. Der Inzeller lief in 35,95 Sek. die schnellste Zeit eines Deutschen auf einer europäischen Bahn. Breuer deklassierte über 1000 und 1500 Meter die Konkurrenz in Topzeiten von 1:10,80 bzw. 1:49,61. Bester Langstreckler war der Chemnitzer Marco Weber mit seinem Sieg über 5000 Meter (6:38,21).