[SPITZMARKE]TURIN - TURIN/DPA/SID - Das Nationale Olympische Komitee (NOK) gibt sich im Fall des Stasi-belasteten Eiskunstlauf-Trainers Ingo Steuer nicht geschlagen und will den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anrufen. „Im Moment prüfen wir alle Möglichkeiten“, erklärte NOK-Präsident Klaus Steinbach gestern in Turin.
Zugleich hat das NOK auch erste Schritte eingeleitet, um vor dem Berliner Kammergericht in Berufung zu gehen. Die 5. Zivilkammer des Landgerichts hatte am Montag die Einstweilige Verfügung Steuers gegen seinen vom NOK verfügten Olympia-Ausschluss bestätigt.
Das NOK hat als Konsequenz daraus beim Organisationskomitee zwar die Akkreditierung des Chemnitzers wieder aktiviert, will aber dennoch kein Pardon geben. „Das NOK hat sich für die Nichtnominierung eines Trainers entschieden, der sich unverantwortlich verhalten, keine Reue gezeigt und seinen Arbeitgeber, die Bundeswehr, belogen hat“, betonte Steinbach. „Das sind schwere Belastungskriterien, die nicht auf das Spielfeld des Fair Play passen.“
Die von Steuer trainierten Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy zählen in Turin zu den Medaillenanwärtern im Paarlauf. In Lyon hatte das Duo EM-Silber gewonnen.
