A wie Aufschwung: Der Aufschwung ist der dynamische Klassiker zu Beginn einer Reckübung. Der Turner holt mit einem Bein Schwung. Das Schwungbein sollte über die Stange gekickt werden, sodass der Sportler durch den Schwung nach oben und mit der Hüfte auf die Stange getragen wird. Das zweite Bein drückt sich vom Boden ab, um dem Körper zusätzlichen Schwung und Dynamik mitzugeben.

B wie Beweglichkeit: Eine gute Beweglichkeit hilft ungemein, um viele schöne Elemente wie z.B. einen Bogengang (durch die Brücke mit Spagat) auf dem Boden oder dem Schwebebalken turnen zu können – ist aber nicht alles. Körperbeherrschung, Kraft und Spannung sind mindestens ebenso wichtig.

C wie „Code de Pointage“ : Dieses internationale Werk - die „Turn-Bibel“ enthält alle Wertungsvorschriften und anerkannten Elemente für alle Wettkämpfe - egal ob es sich um die Olympischen Spiele oder den Turnwettkampf auf Kreisebene handelt. Er wird für das männliche und weibliche Gerätturnen getrennt ausgestellt und laufend alle vier Jahre nach den olympischen Sommerspielen aktualisiert.

D wie Dehnung: Eine gut gedehnte Muskulatur ist die Grundvoraussetzung, um die gesunde und natürliche Beweglichkeit zu erhalten. Vor der Sportausübung ist Dehnen sinnvoll, um den Bewegungsumfang der beanspruchten Muskulatur zu erweitern.

E wie Elemente: Elemente sind quasi die Grundbausteine, aus denen die verschiedensten Abfolgen für Turn-Übungen zusammengebaut werden können.

F wie Flickflack: Der Flickflack ist ein akrobatisches Element, das in verschiedenen Sportarten vorkommt – besonders im Gerätturnen, aber auch im Tricking oder Cheerleading. Beim Flickflack (auch Handstützüberschlag rückwärts) springt man aus dem Stand rückwärts auf die Hände und von dort an wieder zurück auf die Beine. Es gehört eine gute Portion Mut sowie Überwindung dazu, diesen Sprung auszuführen.

G wie Gerätturnen: Gerätturnen ist eine olympische Individualsportart. Ziel ist es, an Turngeräten Übungen nach vorgegebenen Kriterien (Technik und Haltung) auch in Verbindungen auszuführen. Durch das Gerätturnen werden vor allem koordinative und konditionelle Fähigkeiten entwickelt, aber auch Mut, Willensqualitäten und Selbstbeherrschung. Außerdem wichtig: Es heißt nicht Geräteturnen, sondern Gerätturnen ohne ‚e‘. Schließlich turnen nicht die Geräte selbst, sondern die Turner an den Geräten.

H wie Handstand: Der Handstand ist eine der Königsdisziplinen im Gerätturnen. Einen Handstand zu machen, hat sowohl körperliche als auch mentale Auswirkungen. Es trainiert Muskeln in Armen, Schultergelenken sowie im Rumpf. Außerdem stärkt die Position das Gleichgewicht sowie das Selbstbewusstsein. Der Kopf wird auch besser durchblutet, was Laune und Konzentration verbessert.

I wie interessant: Das Turnen ist die interessanteste und vielseitigste Grundform des Sports. Es verbessert die Fitness, schult die koordinativen Fähigkeiten und Fertigkeiten und dient vielfach als Grundlage moderner Trainingslehre. Als Gesundheitssport und in der medizinischen Prävention gewinnt modernes Turnen in seinen vielfältigen Ausprägungen zunehmend an Bedeutung.

J wie Jahn: Friedrich Ludwig Jahn entwickelte um 1810 ein Sportprogramm zur körperlichen Ertüchtigung von Jedermann – damals allerdings mit dem politischen Hintergedanken, junge Menschen fit und wehrtüchtig für kriegerische Auseinandersetzungen zu machen. Mit der Zeit entwickelte sich daraus die unpolitische Breitensportbewegung Turnen. Viele Elemente von damals sind heute immer noch grundlegend und die dafür entwickelten Gerätschaften wie Parallelbarren oder Sprungpferd werden immer noch fast originalgetreu verwendet.

K wie Kür: Die Kür ist das sehnsüchtige Ziel einer jeden kleinen Turnerin, irgendwann selbst einmal eine beeindruckende Choreographie am Stufenbarren, Balken oder am Boden sogar zur Lieblingsmusik zu kreieren. Neben der fehlerfreien technischen Ausführung von standardisierten Turnelementen mit korrekt eingehaltener Körperhaltung sind Kreativität, Ausstrahlung und überzeugendes Auftreten der Turnerin mindestens genauso wichtig, um die Kampfrichter zu beeindrucken.

L wie Lob: Loben tut gut, ist unendlich wichtig und stärkt die Turnerin – wird nur leider in der perfektionistischen Sportart Turnen viel zu selten verteilt. Trainer im Breitensport sollten dringend versuchen, die Sichtweise weg von den Fehlern und Unzulänglichkeiten hin zu den Stärken und Anerkennung zu leiten.

M wie Mut: Nach dem Rondat rückwärts zum Flick-Flack abspringen, einen hohen Sprung auf dem Balken wagen oder das neue akrobatische Flugelement ohne Sicherheitsstellung des Trainers turnen – all das erfordert oft sehr viel Mut. Und nicht selten ist der Trainer aufgeregter als der Turner selbst. Wenn sich dann aber Mut und Fleiß im Wettstreit auszahlen, winkt eine Medaille.

N wie „Nationales Element“: Alle turnbaren Elemente werden in Kategorien eingeteilt und mit einem Wert versehen. Die einfachsten Elemente sind „Turnerische Elemente“. Danach folgen einige festgelegte „Nationale Elemente“. Schwierige Elemente, die von Turnerinnen der Spitzenklasse zum Aufbau ihrer Kür-Choreographien verwendet werden, finden sich im international gültigen „Code de Pointage“ (CdP).

O wie Oma-Rolle: Die Oma-Rolle ist die bildlich, umgangssprachliche Beschreibung des Abgangs „Abzug“ am Reck. Wie das Wort schon andeutet, rollt sich die Turnerin vorwärts über die Reckstange und lässt sich äußerst langsam an der Stange vorbei nach unten gleiten, um die Füße wieder auf die Matte zu stellen.

P wie Pflicht: Zuerst die Pflicht, dann die Kür: Beim Turnen geht es zu wie im echten Leben. Zumeist beginnt die Turnlaufbahn mit dem Erlernen der Elemente aus den Pflichtübungen und dem Einstudieren der korrekten Reihenfolge. Die Zusammenstellungen der Pflichtübungen treffen nicht immer den Geschmack der Turnerin.

Q wie Quergrätschsprung: Fach-Chinesisch – aber eine notwendige Definition. Die Beine können seitlich oder eben quer (längs) gespreizt werden. Hört die Turnerin den Begriff, weiß sie, dass die Beine längs am Körper vorbei gehoben werden sollen.

R wie Rolle, Rad, Radwende: Diese Elemente gehören zur Standardkollektion von klassischen akrobatischen Elementen am Boden, später auch auf dem Balken.

S wie Stufenbarren: Ein nicht alltägliches Turngerät im weiblichen Gerätturnen (seit 1952 vollwertiges Wettkampfgerät) ist der Stufenbarren. Er besteht aus zwei Holmen in unterschiedlicher Höhe und wird im Ganzen durch gespannte Drahtseile stabil aufgestellt (daher auch bekannt unter der Bezeichnung Spannbarren). Der untere Holm hat eine Höhe von 1,65 Metern, der obere Holm befindet sich in schwindelerregender Höhe von 2,50 Metern.

T wie Tisch: Der Sprung-Tisch hat das Pferd als Sprunggerät abgelöst. Das weitaus modernere Sportgerät bietet der Turnerin mehr Möglichkeiten, komplexere Sprünge auszuüben. Die Aufgabe besteht darin, das Gerät in bestimmten vorgegebenen Formen zu überqueren, nachdem von einem Sprungbrett abgesprungen wurde. Dazu ist ein Anlauf von maximal 25 Metern erlaubt. Hierbei ist Tempo gefragt! Das Abdrücken vom Gerät muss mit den Händen erfolgen.

U (Ü) wie Überschlag: Nicht zu verwechseln mit Mathe! Während in der Mathematik gerne auch mal gerundet wird, ist für den (Handstütz-)Überschlag im Turnen absolute Körperstreckung erforderlich.

V wie Vertrauen: Vertrauen zwischen Turnerin und Trainer ist unerlässlich. Ohne Vertrauen in das eigene Können oder auf die Hilfestellung des Trainers wird es kaum Trainingserfolge beim Erlernen von schwierigeren akrobatischen Elementen geben.

W wie Wettkampf: Das Turnen gehört seit den olympischen Sommerspielen 1896 in Athen durchgängig zum olympischen Programm. Hier wird das Turnen als Spitzensport in Perfektion gezeigt. Viel wichtiger für die Vereine sind aber die regionalen Wettkämpfe in den Turnkreisen oder Turnbezirken. Hier werden die Turnerinnen als Lohn für Schweiß und Blut als Kreismeisterin oder Bezirksmeisterin gekürt. Bei guten Wertungen winkt nicht selten eine Qualifikation für einen noch höherwertigen Wettkampf.

X wie X-Mal: Eine Faustregel besagt, dass Turner ein Element mindestens 600 mal geturnt haben müssen, um es (immer) sicher zu beherrschen.

Y wie Yamashita: Yamashita ist ein schwieriger Sprung, der super aussieht! Er wurde erstmals vom Japaner Haruhiro Yamashita gezeigt und deshalb nach ihm benannt. Es ist ein Handstütz-Sprung-Überschlag mit Beugen und Strecken der Hüfte in der zweiten Flugphase (also nach Abdruck vom Tisch bis Landung).

Z wie Zirkeltraining: Dieses Training ist bei Turnern ebenso unbeliebt, wie in anderen Sportarten. Dennoch greifen auch Turntrainer zu gerne auf diese Form von Training zur Verbesserung von Kraft, Kondition und Beweglichkeit zurück.