Portsloge - „Ich wünsche mir, dass unser 40. Adventsboßeln am 8. Dezember in Ekern ein besonders schönes wird“, sagt Elfriede Finke. „Es wäre toll, wenn wieder viele Boßelerinnen, auch jene aus Anfangszeiten, und viele Jungwerferinnen kämen und wir gemeinsam einen tollen Tag verleben könnten. Denn dieses Adventsboßeln, das ich mit unserer 2. Frauenwartin Waltraud Stomberg organisiere, soll mein letztes sein. Aus gesundheitlichen Gründen möchte ich etwas kürzer treten.“
Seit Jahrzehnten engagiert sich Elfriede Finke für den Friesensport. Mit dem Boßeln in ihrem Heimatverein, dem Boßelerverein Portsloge, und im Unterverband Süd des Kreisverbandes der ammerschen Klootschießer und Boßeler ist der Name der Portslogerin eng verbunden.
„Heute ist es völlig selbstverständlich, dass Frauen und Männer dem Boßelsport nachgehen. 1973 war es eine kleine Revolution, als wir Frauen aus Portsloge auch boßeln und eine Frauenabteilung gründen wollten. Es gab wilde Proteste von Seiten vieler Männer, aber davon ließen wir uns nicht beeindrucken“, berichtet Elfriede Finke.
Ehemann Walter half
„Ich musste mir von anderen Männern damals allerlei anhören, weil ich das sportliche Engagement der Frauen und den Aufbau einer eigenen Damenabteilung im Verein gut geheißen habe“, berichtet Ehemann Walter, der damals erster Vorsitzender des Boßelervereins Portsloge war. Unterstützt hat Walter Finke das Frauenboßeln auch, als es zu Beginn der 1970-er Jahre bei den Unterverbandsversammlungen darum ging, erstmals einen Damenwart zu wählen. Vier Vereine im Unterverband verfügten damals über Frauenteams.
Der damalige Unterverbandsvorsitzende Hans-Jürgen Neumann habe für das Amt der Damenwartin Elfriede Finke vorgeschlagen, doch diese, die gerade erst mit dem Boßeln begonnen hatte, winkte ab. So wurde ihr Ehemann Walter zunächst Damenwart im Unterverband, unterstützt von Elfriede Finke, die das Amt der Frauenwartin später übernahm. Eng zusammengearbeitet habe dabei mit den jeweiligen Unterverbandsvorsitzenden. Nach Hans-Dieter Neumann waren das Egon Fittje, Jonny Agena und die jetzige Vorsitzenden Gabi Abraham.
Abschlusstreffen
„Um unsere neue Damenboßelsparte mit Leben zu füllen, mussten wir uns etwas einfallen lassen“, sagt Walter Finke. In den ersten Jahren hätten die Boßelerinnen noch keine Punktspiele absolviert, sondern Rundenkämpfe. „Zum Abschluss dieser Wettstreite haben wir zunächst an wechselnden Orten und später stets bei Hempen Fied zu adventlichen Abschlusstreffen eingeladen“, so Elfriede Finke.
Zum 40. Mal wird ein solches „Boßeln mit adventlichem Beisammensein“ dieses Jahr angeboten. Bis zu 120 Boßelerinnen – aus allen Altersgruppen – haben schon daran teilgenommen.
Elfriede Finke wird beim Adventsboßeln am 8. Dezember nicht mehr selbst die Boßelkugeln aus Gummi und Holz in die Hand nehmen. Die 75-Jährige betreut stattdessen zusammen mit anderen ab 13.15 Uhr bei Hempen Fied in Ekern die Kinder der Boßelerinnen und bastelt mit den Mädchen und Jungen. „Friesensport und Geselligkeit sind ein ideales Duo“, sagt Elfriede Finke. „Gemeinsam sind und waren sie für mich stets auch der Anreiz, mich ehrenamtlich zu engagieren.“
