Wesermarsch - Integration durch Sport ist ebenso eine der großen Herausforderungen für die Sportvereine wie die Kooperation mit den Schulen. Mit diesen und weiteren Themen beschäftigte sich der Vorstand des Kreissportbundes (KSB) Wesermarsch jetzt in einer zweitägigen Klausursitzung in der Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeiterkammer Bremen in Bad Zwischenahn.
Neue Stelle eingerichtet
KSB-Vorsitzender Wilfried Fugel betonte, dass Mithilfe zur Integration Zugezogener eine der Aufgaben ist, die die Politik vom Sport erwartet. Der KSB hat sich seit 2011 verstärkt mit diesem Thema auseinandergesetzt. Nicht zuletzt auf sein Drängen sei beim Landkreis die Stelle der Koordinatorin Migration und Teilhabe eingerichtet worden, teilte Wilfried Fugel mit. Stelleninhaberin Stefanie Meyer stellte sich kürzlich bei einem vom KSB organisierten Treffen von Wesermarsch-Sportvereinen im Vereinsheim des SC Ovelgönne vor.
Ein Beitrag des KSB zur Integration war 2014 die Ausrichtung des Projektes „Kicking Girls“. Das Fußballturnier für Grundschulen hat zum Ziel, „dass Mädchen in die Vereine gucken“, sagt Wilfried Fugel. Zielgruppe sind dabei auch Mädchen mit Migrationshintergrund. Das Turnier, an dem im vergangenen Jahr acht Grundschulen teilnahmen, soll in diesem Jahr erneut stattfinden. Es werden weitere acht Grundschulen eingeladen. Der KSB hofft zudem auf verstärkte Mitarbeit von Fußballvereinen und -abteilungen.
Ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung der Zukunft der Sportvereine ist der Ausbau der Schulen zu Ganztagsschulen. „Der Tag ist nicht mehr fern, an dem es im Landkreis ausschließlich diese Schulform gibt“, sieht Wilfried Fugel beträchtliche Auswirkungen auf den Sport und insbesondere auf die Jugendarbeit. Um ihren Sportunterricht erteilen zu können, benötigen die Schulen lizenzierte Übungsleiter, die sie bei den Vereinen rekrutieren können. An dieser Schnittstelle sieht der KSB Möglichkeiten für Kooperationen, von denen nach Auskunft der für diesen Bereich zuständigen KSB-Mitarbeiterin Manuela Parche in der gesamten Wesermarsch schon über ein Dutzend initiiert worden sind. Sie betreffen nicht nur den Fußball, sondern auch Tennis, Schwimmen, Hip Hop, Stepptanz, Zumba, Tischtennis und Faustball.
Einmaliges Projekt
Ein in Niedersachsen einmaliges Modellprojekt hat der KSB mit dem Gymnasium Brake vereinbart. Im Schuljahr 2015/16 soll im Seminarfach Sport eine Übungsleiter-C-Ausbildung beginnen. Daran können mindestens 16 Jahre alte Schüler teilnehmen, die Mitglied eines Sportvereins sein müssen. In 40 Lerneinheiten im Hössen-Sportzentrum Westerstede und 80 Lerneinheiten in zwei Jahren im Schulsportunterricht werden die Teilnehmer für diese Lizenz qualifiziert.
An der Hössen-Sportschule in Westerstede hat der Referent für Bildung und Sportjugend in der Sportregion Wesermarsch/Ammerland/Oldenburg-Stadt, Ties Plate, im vergangenen Jahr insgesamt 377 Übungsleiter fortgebildet. Ties Plate berichtete dem KSB-Vorstand in Bad Zwischenahn, dass die Teilnehmerzahl aus der Wesermarsch mit 53 Teilnehmern leicht rückläufig gewesen sei.
Auf steigende Zahlen hingegen verwies Sportabzeichen-Referent Hendrik Voß. Diese Entwicklung sei auch Folge der leichter gewordenen Einstiegsvoraussetzungen. Mussten bis 2012 in vier leichtathletischen Disziplinen und im Schwimmen altersabhängig Normen erfüllt werden, so werden jetzt „nur“ noch Anforderungen an Schnelligkeit, Ausdauer, Konzentrationsvermögen und Kraft gestellt. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der vergebenen Sportabzeichen von 1103 in 2013 auf 1316 im vergangenen Jahr stieg. Dazu trug der vom KSB eingeführte Familiensporttag ebenso bei wie ein Sportabzeichen-Schulwettbewerb, der auch 2015 wieder stattfinden soll.
