STADTMITTE - Viel Betrieb herrscht jeweils an den Trainingsabenden des Vereins für Boxsport (VFB) Oldenburg in der Sporthalle der Wallschule an der Peterstraße. Nur die wenigsten der hier trainierenden Boxerinnen und Boxer wissen jedoch, an welch historischer Stätte sie ihren Schweiß vergießen. Handelt es sich doch um Oldenburgs erste Turnhalle. Sie gilt zudem als zweitälteste Turnhalle in Deutschland.

Erbaut wurde sie im Jahr 1863 nach einem Entwurf des Architekten Gero Dietrich Hillern (1807-1885). Dem Bau dieser ersten Oldenburger Turnhalle für den Schulsport ging eine fast zehnjährige Planungsphase voraus. Die Halle wurde entsprechend ihrer Funktion und Konstruktion schlicht und einfach gestaltet. Die Außenwände wurden bis zum heutigen Tage nur geringfügig verändert.

Die Eröffnung wurde am 17. Oktober 1863 vorgenommen. Sie erfolgte im würdigen Rahmen in Anwesenheit zahlreicher Stadtverordneter sowie von Freunden des Turnens und aktiven Turnern. Vor dem Festakt gab es einen Festumzug, angeführt von verschiedenen Fahnenträgern.

Seit vielen Jahren ist die historische Turnhalle der Grundschule Trainingsort der Boxer. Ist sie doch aufgrund ihrer zentralen Lage auch für die auswärtigen Boxer gut zu erreichen. Zudem haben die VFB-Boxer hier ihre festen Trainingszeiten, was angesichts der schwierigen Hallen-Situation schon für sie ein Vorteil ist. Boxveranstaltungen selbst können allerdings aufgrund des geringen Platzes nicht stattfinden.

Im Laufe der Jahre wurde hier an historischer Stelle so manches hoffnungsvolles Box-Talent entdeckt und gefördert.