Oldenburg - Bewegtes Oldenburg: Beim diesjährigen Stadtsporttag wurden Delegierte von 112 Vereinen von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, zugleich zuständiger Dezernent für den Bereich Sport, begrüßt. Er lobte das Engagement der ehrenamtlich geführten Sportvereine, sprach über das Thema Stadion, bei dem alle Optionen durchdacht werden müssten. Der Verkauf eines Teils der Sportfläche am Marschweg außerhalb des Stadions sei vielleicht ein gangbarer Weg der Finanzierung. Er erwarte mit Spannung das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, dann müsse der Rat entscheiden, wie es weiter gehe.

Ulrich Pohland, Vorstandsmitglied für Vereins- und Organisationsentwicklung sowie Sportstättenbeauftragter des SSB Oldenburg, verwies auf das Versprechen des Oberbürgermeisters, dass durch einen Stadionneubau den Vereinen kein Nachteil entstehen werde, auch nicht durch eine Umlage der späteren Betriebskosten zu Lasten des Sporthaushalts. Der Vorstand des Stadtsportbunds werde die Entwicklung mit Sicherheit genau beobachten und aufpassen.

Anschließend wurde über die wichtigsten Handlungsfelder und Ziele des Verbundes gesprochen: Grundlage für die Sportentwicklung im SSB Oldenburg ist der im vergangenen Jahr formulierte 6-Punkte-Plan: 1. Vereine der Zukunft, 2. Sporträume, 3. Jugendförderung, 4. Sport und Prävention 5. Sport und Stadtmarketing 6. Förderung des Breitensports.

Der Vorsitzende des SSB, Gero Büsselmann, hob zwei wichtige Handlungsfelder hervor: die Präventionsprojekte des SSB im Rahmen des 2015 verabschiedeten Präventionsgesetzes und die Verbesserung der Kooperation von Sportvereinen und Schulen. Seit einem Jahr müssen gesetzliche Krankenkassen Prävention in sogenannten Lebenswelten fördern. Dazu gehört der Sport. Ein Projekt zum Thema Prävention erfolgt in Kooperation mit der Technikerkrankenkasse und dem Gesundheitsamt der Stadt und wurde Anfang März besiegelt. Unter dem Motto „Gesund aufwachsen und leben in Oldenburg“ im Rahmen des „Gesunde Städte-Netzwerks“ fördert die TK für vier Jahre mit den Oldenburger Vereinen Prävention durch Sport. Dazu gehört die Einrichtung einer hauptamtlichen Koordinationsstelle beim Stadtsportbund als Schnittstelle zwischen Gesundheitsamt und Vereinen.

Die zweite strategische Herausforderung, vor der die Sportvereine in den nächsten 10 bis 15 Jahren stehen werden, ist der Ganztagsausbau der Schulen. Schon jetzt klagen Vereine über Mitgliederrückgang bei Kindern, da das Zeitfenster zwischen 14 und 16 Uhr für die Vereine verloren gehe. Der SSB beteiligt sich seit 2014 an der AG Kooperative Ganztagsbildung an Grundschulen. Für 2017 ist eine Evaluation des Kooperationsbudgets „Kultur und Sport“ in Zusammenarbeit mit der Universität geplant.

Ulrich Pohland thematisierte die „unbefriedigende Schwimmsituation in der Stadt“. So konnten einige Flüchtlingsprojekte trotz verfügbarer Fördermittel nicht organisiert werden. In beiden Stadtteilbädern sei wegen immer häufiger werdender Reparaturen Training oft nicht möglich. Bei einem Runden Tisch wurde daher das Konzept „Schwimmen 2020“ als Grundlage für Gespräche mit Verwaltung und Sportausschuss erarbeitet. Es soll Anfang Mai 2018 vorgestellt werden. Im Januar wurde erstmalig eine „Konferenz der Vereine“ einberufen. Das neue Gremium soll zweimal im Jahr tagen und Vereinen und Fachverbänden die Gelegenheit bieten, neben dem Stadtsporttag aktuelle Themen und Probleme der Sport- und Vereinsentwicklung zu diskutieren und dann möglichst geschlossen gegenüber Stadt und Politik zu formulieren.