Stapelmoorerheide/Warsingsfehn - Bei Yaya Berete, Fußballer des Heidjer SV, gab es am gestrigen Mittwoch gleich zwei gute Nachrichten. Nachdem er über die französische Botschaft einen Reisepass bekommen konnte und eine verlängerte Duldung erhielt, hat er am Donnerstag einen neuen Arbeitsvertrag bei Wildeboer Bauteile in Weener unterschrieben. Dort hatte der 24-Jährige schon zuvor gearbeitet. Trotz der noch nicht abschließend geklärten Fragen um seine Zukunft bekommt er dort einen unbefristeten Arbeitsvertrag.
Berete ist darüber sehr glücklich: „Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder arbeiten gehen kann und wieder Kontakte zu meinen Arbeitskollegen habe. Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben“. Unterstützt hatte ihn unter anderem sein Verein, der Heidjer SV. Dort wurde im vergangenen Jahr eine Online-Petition gestartet, die mehr als 2100 Unterstützer fand. Diese wurde an Landrat Matthias Groote (SPD) übergeben, der sie zusammen mit einem persönlichen Schreiben, in dem er seine Unterstützung zusicherte, nach Hannover an die Härtefallkommission des niedersächsischen Innenministeriums schickte.
Viel Unterstützung von allen Seiten
Jan Bruins, freier Fotograf der Rheiderland-Zeitung, hatte zeitgleich mit einem Video bei Facebook auf Beretes Situation aufmerksam gemacht. Sowohl der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Paschke - er traf sich im HSV-Vereinsheim mit dem Ivorer, um ihm seine Hilfe zuzusichern - als auch die CDU bemühten sich für den Ivorer. Gemeinsam mit Renhard Roelfsema, dem 1. Vorsitzenden des Heidjer SV, und Hildegard Hinderks, Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes in Weener, besuchte Berete den Landtagsabgeordneter Ulf Thiele. Die gelebte Solidarität aller Beteiligten für den Ivorer hat wohl auch die Härtefallkommission beeindruckt. Die wird sich dem Fall nun annehmen und entscheiden, ob Yaya dauerhaft in Deutschland bleiben darf. Bis es soweit ist, könnte es allerdings noch eine ganze Weile dauern, wie Roelfsema erklärt.Er hatte schon einmal Erfahrung mit einem ähnlichen Fall und sagt: „Bis sich die Härtefallkommission mit dem Fall auseinandersetzt, kann es durchaus ein oder anderthalb Jahre dauern.“
Beretes Zeit seit August ist nicht leicht gewesen. Durch das Auslaufen seiner Duldung verlor er seinen Job. Sein Auto, dass er sich zuvor durch seine Arbeit bei Wildeboer selbst finanziert hat, musste er zuletzt wegen mangelnder Einnahmen abmelden. Dazu kam die Ungewissheit über die Zukunft und die erzwungene Untätigkeit: „Es war eine schreckliche Zeit, nur zu Hause zu sitzen, es war sehr langweilig“, sagt der Ivorer. Auch sein Hobby, der Fußball, brachte ihm Coronabedingt keine Ablenkung. Für seine Zukunft sieht es mit den guten Nachrichten aber nun deutlich besser aus.
Hoffnung auch für Cisse Siriki
Ebenso wie bei Cisse Siriki. Bei dem Ivorer aus Warsingsfehn sieht es ganz ähnlich aus. Er hat auf dem Weg zum dauerhaften Verbleib in Deutschland ebenfalls eine wichtige Hürde genommen. Auch der seit fast vier Jahren im Moormerland beheimatete Ivorer, der beim SV Warsingsfehn spielte, hat sich mit Unterstützung seines Umfeldes gegen eine bevorstehende Abschiebung gewehrt. Sein Fall ist nun von der niedersächsischen Härtefallkommission zur Beratung ebenfalls angenommen worden. Dort wird seine Eingabe, die von über 3500 Bürgern per Online-Petition unterstützt wurde, beraten. Für die Dauer der Beratung, die sich durchaus über mehrere Monate hinziehen kann, wird es seitens der Ausländerbehörde keine Abschiebung geben.
Wie berichtet war Siriki trotz guter Sprachkenntnisse und einem festen Job, mit dem er sich ohne Probleme seinen Lebensunterhalt verdienen konnte, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht als Asylbewerber anerkannt worden und zur Ausreise aufgefordert worden. „Die vielen positiven Stellungnahmen von Mitspielern, aber auch BürgerInnen der Gemeinde, haben auch bei der Härtefallkommission Eindruck hinterlassen,“ erklärt Christian Rosendahl, der Trainer des SV Warsingfehn. Er ist stets im engen Austausch mit Ali Konè, dem Vorsitzenden des Vereins „Afrikanische Diaspora Ostfriesland“, der Siriki bei seinem Kampf gegen die Abschiebung betreut. Dabei ist sich Rosendahl der Schwere der Aufgabe bewusst. „Wir haben schon viel bewegt, aber noch nichts erreicht“, sagt er. Erst wenn die Abschiebung von Cisse Siriki verhindert ist, sei man am Ziel.
