Varel - Nun haben die Drittliga-Handballer der HSG Varel-Friesland doch schon nach einer Woche die Möglichkeit, sich in der Nord-Staffel von einer besseren Seite zu präsentieren als beim 23:33-Heimdebakel gegen den VfL Fredenbeck. Grund: Zunächst war das für diesen Sonntag angesetzte Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt II wegen einer fehlenden Spielstätte abgesagt worden – zu Wochenbeginn kam dann doch grünes Licht von der dänischen Grenze. Die Partie des Flensburger Bundesliga-Unterbaus gegen die Mannschaft von HSG-Trainer Andrzej Staszewski wird wie ursprünglich geplant am Sonntag um 17 Uhr angepfiffen; allerdings nicht in der Wikinghalle, sondern in der Fördehalle.
„Die Partie gegen Fredenbeck war ein richtiger Arbeitsunfall und sie muss schnell aus den Köpfen raus, damit meine Spieler zu ihrem Selbstvertrauen zurückfinden können“, nennt Staszewski die oberste Devise für seine junge Mannschaft, die vor einer Woche beim Heimdebüt vor 470 Zuschauern nach dem Seitenwechsel (13:13) förmlich auseinander genommen worden war.
Dabei hatte plötzlich in keinem Mannschaftsteil – weder Angriff, noch Abwehr oder Torhüter – mehr die Leistung gestimmt. Stattdessen wurde völlig überhastet Fehler um Fehler produziert. Allein 37 Ballverluste durch technische Fehler oder Fehlwürfe schlugen in der ernüchternden Statistik am Ende zu Buche. „Wir müssen in Flensburg auf jeden Fall mit mehr Geduld spielen und nicht derart überhastet den Abschluss suchen“, fordert Staszewski – wohlwissend, dass dies ausgerechnet gegen den „wilden Stil“ der Flensburger Talentschmiede alles andere als ein einfaches Unterfangen wird.
Schließlich sind die SG-Akteure um Spielertrainer und Abwehrchef Stefan Pries – darunter in Lukas Blohme und Michael Nicolaisen zwei Riesentalente mit Profivertrag beim Bundesliga-Team von Ljubomir Vranjes – für ihre unorthodoxen, aber extrem offensiven Abwehrformationen bekannt. „Sie wollen beim Gegner damit Fehler provozieren. Darauf haben wir uns im Training eingestellt“, erläutert Staszewski und hofft, dass seine Mannen das unter der Woche Einstudierte diesmal auch über 60 Minuten abrufen können.
Im Vergleich zur Auftaktpleite erwartet der Vareler Trainer „mehr Bewegung, mehr Selbstvertrauen Richtung Tor und mehr Übersicht“ von seinen Rückraumspielern. So versuchten es die Protagonisten vor heimischer Kulisse nach der Pause viel zu sehr mit dem Kopf durch die Wand und Einzelaktionen. Dabei wurden die Vareler Außen fast völlig außer Acht gelassen und bekamen kaum Anspiele.
Auch in der Defensive ist höchste Konzentration geboten. Große Bedeutung kommt dabei schon dem Umschaltverhalten von Angriff auf Abwehr zu, denn zur in Flensburg durchgängig bis zum Profiteam gepflegten Spielphilosophie gehört das Tempospiel aus einer aggressiven Abwehr heraus ebenso wie viel Bewegung im Positionsangriff.
